10. Februar 2010

Die Polizei, kein Freund und Helfer

Wie so oft bei Protest-Großereignissen kocht die Stimmung bei Polizei, Politik und Presse in Dresden im Vorfeld des 13. Februars hoch. Auf dem Alternative Dresden News Portal addn.me findet sich der lesenswerte Beitrag Die Polizei, kein Freund und Helfer zur aktuellen Lage in Dresden und zu dem, was einen auf einer Demo von seiten der Polizei erwarten kann. Seht ihn euch mal an, auch den Panorama-Clip am Ende und das verlinkte Interview u.a. zu Willkür und Polizeigewalt mit dem ehemaligen Polizisten Thomas Wüppesahl bei gulli.com

8. Februar 2010

Naziaufmarsch in Dresden blockieren

Die Mobilisierung zum 13.2. in Dresden (diese Woche Samstag!), an der ich mich hier durch Blogbeiträge, Pagepeel und Links gerne beteilige, läuft auf Hochtouren. Von Marburg aus wird es beispielsweise drei Busse geben! Karten sind wieder im Antiquariat Roter Stern verfügbar.
Zum Aufwärmen hier noch ein kämpferischer Mobiclip.
Musik: Fight - Conexion Musical (Rap aus Berlin) vom Album Nicht hingenommen. Weitere Infos auf youtube.

6. Februar 2010

Everything is OK on the NY subway

Here's a nice video from the NY subway, a usually not so happy place transformed into a space of "love, peace and happiness". Maybe you say it's corny or only something for hippies but I think it's kinda nice to open public spaces for kindness, respect, warmth and solidarity for fellow human beings.

3. Februar 2010

The stimulator on olympic resistance and more

Here comes the latest show from the stimulator featuring radical sports writer Dave Zirin on the Olympics in Vancouver, Howard Zinn, Anti-Flag, information on climate change and more. Enjoy! You can find Dave's latest interesting article on the Olympics here or here. For the Olympic Resistance check www.no2010.com or stim's No 2010 category.
Up to date coverage from the streets of Vancouver can be found here:
http://2010.mediacoop.ca - for up to the minute updates, tweets, photos, videos
http://vancouver.mediacoop.ca - for more in depth stories and analysis
I won't be in Canada before the end of May but I hope the "motherfuckin' resistance" (as stim would put it) will rock ;)

2. Februar 2010

Institut Solidarische Moderne gegründet

Vielleicht hab ihr schon etwas in der Presse oder im Internet über das frisch gegründete sozial-ökologisch orientierte "Institut Solidarische Moderne" gehört, aber ich wollte neben einem Linkeintrag auch einen Blogbeitrag liefern, um dieses interessante Projekt bekannter zu machen und verweise daher auf den am 31. Januar in Berlin verabschiedeten Gründungsaufruf, aus dem nun ein Auszug folgt:

Die Zeit ist reif für einen neuen Politikentwurf. Die existenziellen gesellschaftlichen Gefahren verlangen politisch realisierbare Antworten. Die Probleme unserer Welt sind offenkundig: von den ökologischen und wirtschaftlichen Grenzen des bisherigen ressourcenvernichtenden Wachstums bis zum gravierenden Gefälle zwischen individueller Reichtumsanhäufung und um sich greifender Armut, von der alltäglichen Missachtung der Menschenrechte bis zu vielen neuartigen Konflikten und Friedensgefährdungen. Doch obwohl inzwischen all diese Probleme hinlänglich bekannt und Gegenstand zahlreicher Weltkonferenzen gewesen sind, haben sie sich in den letzten beiden Jahrzehnten dramatisch zugespitzt. Wesentlicher Grund dafür ist die Hegemonie des Neoliberalismus in Politik und Wirtschaft, der unter dem Deckmantel vermeintlicher „Ideologiefreiheit" und „Alternativlosigkeit" einen beispielhaften Siegeszug feierte – mit verheerenden Folgen für Mensch, Natur und Gesellschaft.

Ein substanzieller politischer Gegenentwurf zur Ideologie des Neoliberalismus ist überfällig. Zu lange wurde verkündet, dass es (leider) keine Alternative gebe. Manches auf der Welt mag „alternativlos" sein: Wer Probleme langfristig lösen will, anstatt kurzfristig Symptome zu bekämpfen, muss auch vernetzt und langfristig denken, dazu gibt es keine Alternative. Eine politische Position hingegen kann niemals alternativlos sein. Die politische Alternative zum Neoliberalismus muss die untrennbaren Wirkungszusammenhänge von Ökologie und Wirtschaft sowie von sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Menschen beachten. Sie muss den Grundwerten der freiheitlichen Selbstbestimmung und der grenzüberschreitenden Solidarität verpflichtet sein. Diese Alternative entsteht nicht von selbst. Sie muss erdacht, entwickelt und erprobt werden. Die gemeinsame Suche nach Alternativen ist ein entscheidender Beitrag dazu, dass aus der danach fragenden gesellschaftlichen Mehrheit wieder eine politische Mehrheit in demokratischen Wahlen wird. Dafür gründen wir den Verein „Institut Solidarische Moderne".
Ich bin wirklich gespannt auf die Entwicklung des Instituts, ist es doch enorm wichtig, sowohl das Nachdenken über konkrete Alternativen und Strategien zu intensivieren und zu vernetzen als auch die politische Bildung und Aufklärung zu stärken und auszuweiten - warum nicht auch in reformistischer Absicht? Wenn das neue Institut dort einen Beitrag leisten kann, ist dies sehr zu begrüßen, auch wenn  aus meiner Sicht letztlich eine radikalere, antikapitalistische Perspektive in Theorie und Praxis nötig ist. Zugleich sollte die Dialektik zwischen Reform und Revolution nicht so verstanden werden, dass wir bis zur Revolution nichts tun sollten oder könnten. Gehen wir wie mein Prof. Georg Fülberth davon aus, dass der Kapitalismus noch fast 500 Jahre bestehen würde, sollten wir uns darum kümmern, die Gefahren dieses Gesellschaftsystems zu blockieren und zugleich seine Potenziale auszuschöpfen (Fülberth 2006: G Strich. Kleine Geschichte des Kapitalismus, S. 300). Auch wenn man diese Ziele natürlich reformistisch nennen kann, ist es sehr wohl wert darum zu kämpfen.

1. Februar 2010

Entsolidarisierung im Gesundheitswesen stoppen

Ich unterstütze schon länger alle möglichen Aktionen von campact und kann nur allen LeserInnen empfehlen, sich regelmäßig auf der Seite campact.de zu informieren und sich in den Newsletterverteiler einzutragen, um keine relevante Aktion zu verpassen. Das Angebot von campact ist sehr niedrigschwellig angelegt, damit möglichst viele Menschen in wenigen Minuten ausreichend informiert sind und dann aus Überzeugung an den jeweiligen Aktionen teilnehmen können.
Die folgende Aktion zur bereits realen "Mini-Kopfpauschale" bei einigen Kassen und der geplanten viel weitergehenden Kopfpauschale finde ich wichtig genug, um ihr einen eigenen Beitrag zu widmen. In einer Unterschriftenaktion und Appellen an die Verantwortlichen PolitikerInnen darf sich der Widerstand gegen die neoliberale "Gesundheitspolitik", die nichts anderes als Privatisierungspolitik mitten in der Krise des neoliberalen Kapitalismus ist, natürlich nicht erschöpfen. Dennoch ist dies ein Anfang, um über die beschleunigte Umverteilung auch im Gesundheitswesen zu informieren und dagegen zu mobilisieren.
Kampagne: Kopfpauschale stoppen!
Gesundheitsminister Rösler plant einen radikalen Umbau des Gesundheitswesens. Er will mit der Kopfpauschale einen Einheitsbeitrag einführen: Die Entlastung der Gutverdienenden müssten dann die Geringverdienenden stemmen. Der eingefrorene Arbeitgeberanteil zieht den ArbeitnehmerInnen zusätzlich das Geld aus der Tasche. Und mit dem Ausbau von Zusatzversicherungen werden Geringverdienende und Kranke im Wettbewerb der Kassen auf der Strecke zu bleiben: Stoppt  diese Politik! Fordert eine konsequente und solidarische Weiterentwicklung im Gesundheitswesen. Zur Online-Aktion geht's hier

Und hier noch ein Video mit Infos zur aktuellen Lage und zur Aktion:
Für eine solidarische, alle Einkünfte erfassende Versicherung für alle!

28. Januar 2010

A Tribute to Howard Zinn (1922–2010)

After my posts on a radical German professor, Jörg Huffschmid, who died in December 2009, and the last one on the late Daniel Bensaïd, I would like to share the tribute to Howard Zinn by Democracy Now! below. I'm sad that so many people involved in the movement for social justice pass away in such a short period of time but they are not different from any other human being - mortal, though they will stay with us in our hearts and our struggles.

Hommage à Daniel Bensaïd (1946-2010)

Peu après la mort de l'économiste et du militant allemand Jörg Huffschmid deux autres intellectuels de gauche sont morts: Daniel Bensaïd il y a déjà 15 jours (voir la page d'hommage du NPA) et Howard Zinn juste hier. J'ai participé à des discussions avec Daniel que j'ai bien aimées: en 2008 à Québec et en 2009 durant l'Université du NPA en France. Je voulais laisser un petit message pour un des intellectuels importants de la gauche française et internationale.
Je vous conseille un livre de Daniel Bensaïd disponible en ligne, Marx, mode d'emploi et des vidéos d'hommage soit l'hommage international et le colloque Puissances du communisme dont la problématique de Daniel Bensaïd est dispo ici ou bien ici. Sinon il y a aussi des clips sur le site du NPA.
On a perdu un camarade mais la lutte pour une meilleure société continue!

Nachrufe und Informationen auf deutsch zum am 12.1.10 verstorbenen Genossen Daniel Bensaïd findet ihr hier.

24. Januar 2010

Gewaltfreier antifaschistischer Widerstand verboten? Proteste in der Bannmeile und überall!

Wie die junge Welt gestern berichtet war eine der zahlreichen Reaktionen auf die staatlichen Einschüchterungs- und Repressionsversuche gegen AntifaschistInnen eine Protestaktion im Reichstagsgebäude, die auf folgendem Bild (Quelle: junge Welt) festgehalten wurde.

Insgesamt bekommt die Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch am 13.2. in Dresden eine ungeahnte Dynamik, sodass es nicht mehr ausgeschlossen scheint, dass die Nazidemo tatsächlich verhindert werden kann. Das breite Bündnis muss jetzt zusammenstehen und konsequent bleiben. Für kommenden Donnerstag, den  28.1.10, sind bundesweit  öffentliche Plakatierungsaktionen angekündigt...

23. Januar 2010

LKA will Dresden-Nazifrei.de sperren lassen

Die Repression gegen konsequente AntifaschistInnen, die den Naziaufmarsch am 13.2. in Dresden verhindern wollen, geht weiter. Aus Zeitmangel gebe ich den Beitrag von METRONAUT ohne großen Kommentar wieder, damit die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Nazis weitere Verbreitung finden.

Dem Provider der Internetseite Dresden-Nazifrei.de wurde heute vom LKA Sachsen eine Verfügung zugestellt. In dieser wird die Abschaltung der besagten Seite gefordert. Kommt der Provider der Aufforderung nicht nach, ist mit einer einstweiligen Verfügung zu rechnen. Übereinstimmend mit der Argumentation die seitens der Staatsanwaltschaft Dresdens bereits zu Wochenanfang im Rahmen der Razzien vertreten wurde hieß es, mittels der Homepage würde zu Straftaten aufgerufen.
(via)

(...) Da tun sich hunderte von Menschen und Organisationen verschiedenster Spektren zu einem Bündnis zusammen um friedlich gegen den größten Naziaufmarsch Europas zu protestieren. Sie wollen das Ritual und die Instrumentalisierung der Dresdner Bombardierung durchbrechen. Und diesen Staatsbütteln fällt nichts anderes ein als mit der Repressionskeule draufzuschlagen. Einen schönen Artikel, warum solche Sachen gerade in Dresdnen passieren, gibt es beim Rechten Rand: “Die Wagenburg der Heulsusen”.
Das einzig Gute an der gerade hochgefahrenen Repression ist: sie mobilisiert. Konstantin Wecker hat nach den Durchsuchungen vom 19. Januar ein Video ins Netz gestellt:

Quelle METRONAUT und trueten.de via netzpolitik

Die einzig richtige Konsequenz lautet aus meiner Sicht: No pasaran, sie kommen nicht durch - jetzt erst recht. Auf nach Dresden!

Update: Die Zensur (denn es wird nicht zu Straftaten aufgerufen!) hat tatsächlich zugeschlagen. Die Seite ist aber bereits mehrfach gespiegelt und u.a. unter http://www.dresden-nazifrei.com/ zu erreichen. 

Overview of Education Protests in 2009

You can find a great overview of education related protest in 2009 here. Please check out this detailed collection of our world wide fight for emancipatory education and a just society. Thanks so much Mo for this splendid work! One world, one struggle.

19. Januar 2010

Demos in Frankfurt und Dresden

Neben den Bannern, die bereits in der rechten Blogspalte auf die beiden nächsten Demos in Frankfurt und Dresden hinweisen, und dem Musikclip Dresden Calling hier noch einige Zeilen und Mobilisierungsclips für die Demos. Nähere Hinweise und passende Veranstaltungen in Marburg gibt es bei Lisa:2.
Genauere Infos zu den Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 13.2. gibt es auf den Infoveranstaltungen am 20.1. um 20.30h im Café am Grün und am 7.2. um 16:30h im Havanna8 im Rahmen des Antifa-Cafés sowie unter No Pasaran und Nazifrei! Dresden stellt sich quer.
Schöner Antifaclip gegen den Naziaufmarsch am 13.2. in Dresden


Zur Blockadestrategie in Dresden



Und noch ein Clip mit dem passenden Lied NO PASARAN

16. Januar 2010

Dresden Calling

Passend zur Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch in vier Wochen in Dresden (siehe Banner in der rechten Spalte) hier ein Clip von Classless Kulla: Dresden Calling. Auch und gerade friedensliebenden Menschen sollte klar sein, dass die Nazis am Ende des Krieges mit Gewalt gestoppt werden mussten. Nazi-Deutschland war eindeutig Täter, nicht Opfer. Gegen die Verdrehung der Geschichte - Naziaufmarsch in Dresden verhindern!
Es gibt auch einen Bus aus Marburg. Infos dazu hier.


15. Januar 2010

Kurzes Lebenszeichen

Da ich hier seit über einem Monat nichts mehr veröffentlicht habe, möchte ich mich kurz melden und denen, die meine Neujahrsnachricht auf Twitter nicht gelesen haben, mitteilen, dass ich für 2010 bzw. wenigstens für die nächsten Monate den Vorsatz gefasst habe, weniger Zeit online zu verbringen, insbesondere weniger zu bloggen und zu tweeten, um mehr Zeit für meinen Studienabschluss zu haben. Das macht umso mehr Sinn, als ich deutlich länger als gehofft für die Diplomarbeit brauche und auch meine Stelle an der Uni doch ordentlich Arbeit und somit Zeit kostet (dafür macht es aber wirklich Spaß).
In den letzten Wochen haben sich zudem nicht besonders aufregende Sachen zum Bloggen angeboten und ich suche derzeit auch nicht wirklich. Das soll aber jetzt nicht heißen, dass das Blog total stillgelegt werden wird. Wenn es sich ergibt, schreibe ich mal wieder einige Zeilen und weise auf die ein oder andere politische Aktion oder so hin. Soweit jedoch erstmal für heute von mir.
Kommt gut durch 2010 und lasst euch nicht unterkriegen!

6. Dezember 2009

Jörg Huffschmid ist gestorben

Mit Bestürzung habe ich gestern erfahren, dass Jörg Huffschmid gestorben ist. Er hinterlässt eine schmerzliche Lücke in der kritischen Wirtschaftswissenschaft und der aktuellen Analyse das Finanzmarktkapitalismus. Auch wenn ich Jörg nicht wirklich persönlich kannte außer aus Veranstaltungen von Attac u.ä., die ich besucht habe, und vor allem aus seinen Publikationen, werde ich ihn vermissen. Seine Politische Ökonomie der Finanzmärkte hat mir schon treue Dienste geleistet und ich verwende das Werk und diverse weitere seiner Schriften auch in meiner Diplomarbeit zur Wirtschaft- und Finanzkrise und der Rolle der Landesbanken darin.
Passenderweise war ich schon schwarz gekleidet als ich Axel Troosts Nachricht gelesen habe und werde dies wohl die nächsten Tage beibehalten und in Zukunft versuchen, dem Voschlag von Axel zu folgen und noch stärker wissenschaftlich und politisch das "Erbe" Jörgs weiterzutragen, damit aus der Trauer jetzt keine Depression wird, sondern daraus neue Kraft zur Verbesserung der menschlichen Lebensverhältnisse ensteht. Das ist bestimmt in seinem Sinne.
Einen schönen Nachruf hat Axel Troost verfasst. Am Ende des Texts finden sich einige Links, darunter diesen besonderen zu fotografischen Erinnerungen und interessanten aktuellen Publikationen von und über Jörg Huffchmid zur Finanzkrise.
Weitere Texte finden sich auf Jörg Huffschmids Internetseite der Uni Bremen.

Update:
Einen ausführlichen, Jörgs politisches und wissenschaftliches Schaffen würdigender Nachruf findet sich auf der Seite des Instituts für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

5. Dezember 2009

Weihnachten ohne Atom

Nicht nur die Adventszeit sollte atomfrei sein, Weihnachten und das neue Jahr natürlich auch. Am besten geht das mit Ökostrom meint auch das folgende lustige Lied. Wer noch keinen Ökostrom bezieht, gehe zu Atomausstieg selber machen. Der Stromwechsel ist eine einfache Möglichkeit, selbst effektiv etwas gegen Atomkraft zu tun. Informiert euch und wechselt euren Anbieter!