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20. August 2012

Québec: Lendemain de grève

Hier le "débat des chef" (des partis politiques se présentant aux élections québécoises), aujourd'hui une analyse critique de la grève étudiante québécoise en cours et des élections déclenchées pour la briser. Pour ceux et celles qui ne vivent pas au Québec: Les élections auront lieu le 4 septembre 2012. Et pour ceux et celles qui vivent au Québec: Tout le monde dans la rue le 22 août et jusqu'à la victoire!
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An English (subtitled) version is in the works.

4. Dezember 2011

Militarisme et endettement des etudiantEs: deux faces d'une même médaille


Voici une trouvaille que je voulais publier en 2008 durant mes études à Québec... Comme l'argument reste aussi pertinent que jamais, je vais le partager avec vous maintenant. L'UCL à Québec (à l'époque Le Collectif anarchiste La Nuit de Québec était affilé au NEFAC, une fédération de groupes libertaires dans le Nord-Ouest de l'Amérique de Nord) souligne le lien entre le militarisme et les couts de l'éducation: Cout du militarisme en 2007: 25 milliards $ - cout de la gratuité scolaire: 0,5 milliards $. Ca met les arguments du gouverment québécois en perspective. À bas le militarisme - pour la gratuité scolaire pour touTEs les étudiantEs partout au monde - peu importe leur pays d'origine! 

Ein Fundstück aus dem Jahr 2008, das auf den Zusammenhang von Militärausgaben und fehlenden Mitteln für freie Bildung hinweist. Für zwei Prozent der kanadischen Militärausaben wäre die Abschaffung der Studiengebühren in Québec möglich. Wenn die Regierungen in Ottawa und Québec ein echtes Interesse an freier Bildung hätten, könnten sie vom Militärbudget noch etwas mehr umschichten und so Studiengebühren in ganz Kanada abschaffen, und zwar für alle Studierenen, also auch diejenigen aus anderen Ländern - darunter viele Meschen aus Entwicklungsländern, die das kanadische Bildungssystem mitfinanzieren, indem sie viel mehr Studiengebühren zahlen als kanadische Studierende aus der Provinz, in der sie studieren. Gegen Militarismus - für freie Bildung!

7. Oktober 2011

Frank Deppe zum 70.

Auch wenn der Geburtstag meines Profs Frank Deppe schon einige Tage her ist, möchte ich gerne noch den in der jungen Welt vom 23.9.2011 erschienenen Artikel von Ingar Solty in Absprache mit dem Autor mit meinen Leser_innen teilen.

Theorie, praktisch

Kein Jazz ohne Trompete, kein Marxismus ohne Arbeiterklasse: Der Politikwissenschaftler Frank Deppe wird heute 70

Von Ingar Solty

Heute wird der kritische Wissenschaftler und Intellektuelle Frank Deppe 70 Jahre alt. Morgen werden Leben und Werk des 2006 emeritierten Marburger Politikprofessors im Bürgerhaus Gutleut in Frankfurt am Main gewürdigt, wo seine Schüler ihm zu Ehren Vorträge zu Themen der Marburger Schule halten.

Die Marburger Schule ist unlösbar mit dem Namen Frank Deppe verknüpft. Es war die weltweite Vorwärtsperiode der Linken zwischen 1965 und 1975, die seinen politischen und beruflichen Werdegang prägte. 1968 promovierte das Bundesvorstandsmitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes mit einer Arbeit über Blanqui bei Wolfgang Abendroth. Der Verfassungsrechtler hatte in seiner Grundgesetzinterpretation einen konstitutionellen Weg zum Sozialismus begründet und in dieser Tradition die Marburger Politikwissenschaft aufgebaut. Mit dem Schwung der Studierendenbewegung (»Marx an die Uni, Deppe auf H4!«) wurde Deppe 1972 zum ordentlichen Professor berufen. Durch seinen und den Einfluß anderer Abendroth-Schüler entwickelte sich eine der reaktionärsten Universitätsstädte Deutschlands zu einem Zentrum linker Theoriebildung mit internationalem Ruf. In der bürgerlichen Presse als »rotes Marburg« und »DKP-Kaderschmiede« verschrien, zogen Deppe und seine Kollegen aus allen Teilen Deutschlands und der Welt Studierende an und brachten bis zur Abwicklung der Marburger Schule in den Nuller-Jahren Hunderte von Schülern hervor, die heute von Jena über Tübingen bis ins ferne Südkorea Professorenstellen besetzen. Dies ist umso bedeutender, da im Kontext des Kalten Krieges die Positionierung links von der SPD politischer Verfolgung ausgesetzt war, an deren Ende oft das Berufsverbot stand.

Frank Deppe gehört zu einem Intellektuellentypus, der zunehmend aus dem akademischen Betrieb verschwindet. Lange bevor er die Liebe zu Gramscis Marxismus entdeckte, begriff er die Bedeutung organischer Intellektueller für den Klassenkampf. Im Gegensatz zur Frankfurter Schule, die er während seines Studiums in der Mainmetropole kennengelernt hatte, suchte er die Einheit von Theorie und Praxis durch das Andocken an die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen außerhalb der Universität zu verwicklichen.

Zum Markenzeichen Deppes und der Marburger Schule ingesamt wurde die allgemein zugängliche Sprache, mit der komplexe theoretische Zusammenhänge erläutert wurden. Die immens hohen Auflagenzahlen der Marburger Alternativhistoriographien zur bürgerlichen Gesellschaft in Deutschland und ihrem (Sonder-)Weg in den Faschismus, zu Gewerkschaften und Sozialdemokratie belegen dies eindrucksvoll. Und während Deppes Kollegen Reinhard Kühnl, Georg Fülberth und Dieter Boris einen beispiellosen Einfluß auf die Lehrerausbildung entfalten konnten, entwickelte sich Deppe zu einem der aktivsten Intellektuellen der Arbeiterbewegung, deren linken Flügel er ähnlich wie Abend­roth unterstützte. Deppe entfaltete eine unermüdliche Vortragsarbeit auf allen Funktionsebenen der Gewerkschaften. In seinen vielen Monographien, Aufsätzen und Artikeln, beispielsweise für das »Forum Gewerkschaften« der Zeitschrift Sozialismus, verstand es Deppe, die Alltagserfahrungen in den Betrieben zu theoretisieren und gleichzeitig die theoretischen Erkenntnisse wieder in die betrieblichen und politischen Kämpfe der Lohnabhängigen einfließen zu lassen. So entwickelte sich Marburg zur vielleicht bedeutendsten Adresse des Austausches zwischen Betrieben und Hochschule und der Vermittlung von praktischen Klassenkampferfahrungen und ihrer theoretischen Reflexion. Daß der Abbau von traditionellen Vorurteilen zwischen Hand- und Kopfarbeitern erfolgreich war, belegt die Tatsache, daß sich viele der unzähligen Schüler aus Deppes fast 40jährigen Lehrtätigkeit heute bei IG Metall und ver.di wiederfinden lassen, von den untersten Verwaltungsebenen bis in die Strategie- und Vorstandsabteilungen.

In der Rezeption der großen marxistischen Theoriedebatten warf er bei aller Kritik des Historismus niemals die Historie selbst über Bord. Linke Ideologiekritik, abgehoben vom Materialismus, stößt bei ihm auf Unverständnis. Von diesem Marxismusverständnis zehrten die vielen Mitglieder der zwei von ihm ins Leben gerufenen, langlebigen Arbeitskreise: der »Marxistische Arbeitskreis« und die »Forschungsgruppe Europäische Gemeinschaft«. Einen verbindlichen Kanon gab es nicht. Die Marburger Schüler eint letztlich nur die Haltung, daß Marxismus ohne Arbeiterbewegung in etwa das gleiche ist wie Jazz ohne Trompete – eine für den leidenschaftlichen Bigband-Blechbläser Deppe undenkbare Vorstellung.

Jedes Jahr hielt er Vorlesungen über einen bürgerlichen Staatsdenker. 1987 schrieb er ein Standardwerk zu Machiavelli. In der letzten Zeit vor seiner Emeritierung 2006 und danach entstand Deppes Opus magnum: Auf der Grundlage der gramscianischen Einsicht in die Bedeutung der Intellektuellen für den Klassenkampf legte Deppe in vier monumentalen Bänden die erste Darstellung der Geschichte der bürgerlichen Klassengesellschaft im zwanzigsten Jahrhundert vor, die diese von ihren zentralen Denkern her rekonstruiert. Damit schuf er ein Werk, das als notwendige Ergänzung zum vierten Band des von ihm hochverehrten Eric Hobsbawms über die Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft (»Das Zeitalter der Extreme«) zu sehen ist und das den Vergleich zu diesem nicht scheuen muß.

2007 trat Frank Deppe zum ersten Mal in seinem Leben einer Partei bei, der Linkspartei. Jahrezehntelang hatte man unter den verheerenden Bedingungen des Kalten Krieges für die Etablierung einer antikapitalistischen Massenpartei im Westen gekämpft – viele bezahlten dies mit der Vernichtung ihrer bürgerlichen Existenz. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen: Ohne Frank Deppes Wirken und das seiner Marburger marxistischen Kollegen, wäre es wohl nie oder nicht so leicht zur Gründung der WASG und Entstehung einer gesamtdeutschen Linkspartei gekommen.

29. Mai 2011

Dipl.-Pol.

Knapp zwei Monate nach der Ausstellung meines Abschlusszeugnisses möchte ich zumindest kurz mitteilen, dass ich endlich diplomierter Politikwissenschaftler bin, kurz Dipl.-Pol. für Diplom-Politologe.
Nach den bereichernden Jahren des Studiums gilt es, sich nun neu zu orientieren. Dieses Semester bin ich noch an der Uni Marburg eingeschrieben, um meine letzten beiden Scheine für das Gender Studies Zertifikat zu bekommen, um nach dem Abschluss in Politikwissenschaft mit dem Nebenfach Volkswirtschaftslehre und dem Zusatzfach Friedens- und Konfliktforschung auch mein viertes Studienfach erfolgreich abzuschließen. 
Nach meiner Rückkehr aus Québec hatte ich allerdings noch keine Zeit für die ausstehenden Hausarbeiten, da ich viel mit gewerkschaftlicher Bildungsarbeit und eigener Weiterbildung beschäftigt war. Dieses Wochenende habe ich mir in einer netten Gruppe die Inhalte der antifaschistischen Stadtführung in Gießen erarbeitet und die Führung heute gleich ausprobiert, um diese in Zukunft selber durchführen zu können und dieses wichtige Angebot vor Ort auf Dauer zu erhalten. 
Außerdem habe ich mittlerweile nicht nur die ersten Bewerbungen geschrieben, sondern schon zwei interessante und angenehme Vorstellungsgespräche absolviert. Der Austausch war in beiden Fällen sehr anregend. Ob und wie sich das tatsächlich auf meine kurzfristige berufliche Zukunft auswirkt, muss sich noch zeigen und wird dann eventuell an dieser Stelle genauer ausgeführt.
Unabhängig von der beruflichen Entwicklung soll das Blog wie gewohnt weitergeführt werden, mit mal mehr, mal weniger Beiträgen - je nach Nachrichten- und Interessenlage des Autors und meinem Zeitbudget.

2. April 2011

ISM: Montreal - Thousands vs Tuition Fees

To complete my short post from yesterday I would like to share another post by Mo from the International Student Movement. You will find some photos of the protest and two video clips of the police attacks on a part of the demonstration supporting students ocupying the CRÉPUQ office (Conférences des recteurs et principaux des universités du Québec - the rectors and principals councils) who are in favour of tution hikes.

Today's fight in Québec against tuition fees and the antisocial budget of the liberal Government is part of our struggle for free and emancipatory education and a better life worldwide.

1. April 2011

Impressions sur la manif du 31 mars à Montréal

J'ai bien aimé la manif hier contre la hausse des frais de scolarité à Montréal. L'association étudiante de l'Université Lavel qui a organisé les bus de Québec a mis pas mal de photos en ligne ici. Voici une petite sélection des photos que j'ai prises moi-meme. La lutte pour une éducation libre, émancipatrice et de qualité doit et va continuer partout dans le monde.

Below you can find a selection of photos I took during yesterday's rally in Montréal against tuition hikes in Québec, Canada. More photos by a student association from Québec here. The struggle for free and emancipatory education worldwide continues.

Hier sind einige Fotos, die ich während der gestrigen Demo in Montréal gegen die massive Erhöhung der Studiengebühren in der kanadischen Provinz Québec gemacht habe. Mehr Fotos z.B. hier. Der Kampf gegen Studiengebühren und für freie und emanzipatorische Bildung weltweit muss weitergehen.

Ma banderole préférée :)








À nous la rue!

Le précariat future à coté d'un bureau d'Adecco...

Le bloc des parents étudiants avec leurs enfants :)

Un étudiant dans le rouge durant la manif ;)

9. November 2010

Lesetipp: Kritische Lehrer_innen. Kein Handbuch

Hier ein Lesetipp besonders für (angehende) Lehrer_innen, aber auch für alle anderen, die an kritischer Bildung und Organisierung interessiert sind.
Die Berliner Initiative Kritische Lehrer_innen hat ein sehr interessantes Buch veröffentlicht: “Kritische Lehrer_innen. Kein Handbuch“.

Download als pdf hier oder hier.

Infos zum Buch und zum Bezug der Druckfassung hier.

6. Oktober 2010

Map of Global Wave for Education Actions

Below you will find a map of actions being part of the Global Wave of Action for Education, which will kick off with the "National Day of Action to Defend Education" in the U.S.A. on October 7th and continue with various actions around the world at least until the end of November.
Check out the mobilisation clip I added here.

View Global Wave of Action for Education - Oct./Nov. 2010 #globalEdu in a larger map

1. September 2010

Global Wave of Action for Education

Hier nun der erste Mobilisierungsclip for die "Global Wave of Action for Education" diesen Herbst (Okt./Nov. 2010) mit cooler Musik von Irie Révoltés' brandneuem Album. Ich freu mich schon auf das Konzert diesen Monat in Marburg. Infos zu den Aktionen und Koordinierung hier. Lasst uns aufstehen für eine weltweite Bewegung!

Here is the first clip to inform about and mobilize for the Global Wave of Action for Education this fall (Oct./Nov. 2010). Be a part of it! Get up, stand up - for a worldwide movement! More info and coordination here.
If you like the music: it's Irie Révoltés, a great band from Heidelberg and Berlin, Germany, singing in French and German, and sometimes English and other languages.

Voici la première vidéo de mobilisation pour la "Global Wave of Action for Education" cet automne (oct./nov. 2010) avec de la bonne musique de Irie Révoltés. Tout le monde debout pour un mouvement mondial!
Mise à jour 12.09.2010: Le clip est maintenant disponible en francais ici!

31. Mai 2010

Bildungsstreik im Juni

Wo wir schon bei Mobilisierungsvideos sind, hier gleich noch zwei zum aktuellen Bildungsstreik. Auf einen heissen Sommer!

Mobi-Video zum Bildungsstreik 2010 (9. Juni) from Bildungsstreik on Vimeo.

2. April 2010

Denis Rancourt - teaching instead of grading

Denis Rancourt was a physics professor at the University of Ottawa known for his unorthodox views on student grading. He believes that grades interfere with the learning process and reinforce unequal power relationships. His non-hierachical and democratic approach got him fired. Below you will find an interesting interview with him.
For more information and to support Denis Rancourt check these sites:

via ISM030

12. März 2010

Konsens mit Zwang an der Uni Frankfurt

Ich empfehle euch einen Artikel aus der Jungle World, das zu dem Buch "Hegemonie gepanzert mit Zwang. Zivilgesellschaft und Politik im Staatsverständnis Antonio Gramscis" passt, das ich gerade lese:
Konsens mit Zwang (entsprechend Gramscis Begriff von Hegemonie als "Konsens gepanzert mit Zwang")
An der Frankfurter Universität sollen Studierende, die während des Bildungsstreiks an einer Besetzung teilgenommen haben, ein Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit ablegen.

19. Februar 2010

Bildungsstreik geht weiter

Nach der Demo am 30.1.10 in Frankfurt holt die Bildungsbewegung kurz Luft und organisiert sich weiter, um spätestens im Sommer wieder voll durchzustarten. Dafür gibt es einen Aufruf, in dem zu einer gemeinsamen Aktionszeit im Juni und für den 9.6.10 zu dezentralen Demonstrationen bundesweit aufgerufen wird. Darauf weise ich gerne hin, auch wenn ich selbst im Sommer die meiste Zeit nicht in Deutschland sein werde.
Schaut man über den deutschen Tellerrand hinaus, kann von Verschnaufen gar nicht die Rede sein, denn schon im März tagen die europäischen Bildungsminister_innen in Wien, um den Bolognaprozess zu feiern und fortzusetzen. Das passende Motto der Studierendenbewegung: Bologna Burns!

23. Januar 2010

Overview of Education Protests in 2009

You can find a great overview of education related protest in 2009 here. Please check out this detailed collection of our world wide fight for emancipatory education and a just society. Thanks so much Mo for this splendid work! One world, one struggle.

17. November 2009

Immer mehr Unis "brennen"!

#unibrennt #unsereuni #gwa

Die Proteste in Österreich und Deutschland und in immer mehr Ländern breiten sich weiter aus. Sind wir etwa bereits mitten in einem heißen Herbst? Die Heidelberger Bildungsstreikgruppe spricht jedenfalls schon von einem "Flächenbrand", da inzwischen zahlreiche Unis #unsereunis sind. Passend zum heutigen internationalen Aktionstag hier eine laufend aktualisierte Karte der besetzten bzw. "brennenden" Unis:

Ihr könnt die Karte verschieben, um Nachbarländer anzusehen. 
Unsere Unis auf einer größeren Karte anzeigen

P.S. Eine ständig aktualisierte Übersicht und weitere Infos zu Bestzungen, Demos und Aktionen findet sich auf www.unsereunis.de, unter dem Punkt Vernetzung finden sich zahlreiche Links zu den lokalen Bündnissen sowie zu den Seiten http://unsereuni.at und http://unsereuni.ch.

5. November 2009

Besetzungswelle: erste deutsche Unis "brennen"


 #unibrennt #unsereunis nicht "nur" auf Twitter: Österreich macht's vor - einige Unis in der BRD ziehen nach: Transparent in Münster

Außer dem letzten Beitrag Marburg sagt Bildung ist keine Ware, gab es auf dem Blog bisher "nur" meine jeweils aktuellen Tweets von Twitter und einige Links zu wichtigen Seiten des Protests für bessere Bildung. Ich möchte daher durch einen kurzen Beitrag nochmal auf die beeindruckenden, basisdemokratisch organisierten Proteste und Besetzungen/Befreiungen von Hörsälen in Österreich hinweisen, die außer in den sozialen Medien im Internet in der deutschen Berichterstattung kaum vorkommen.
Wer aber soziale Medien wie Facebook nutzt oder sich die Mühe macht, Twitter zu besuchen und dort nach #unibrennt oder #unsereunis sucht, wird sehen wie eine nicht-hierarchische Berichterstattung in Echtzeit aussehen kann. Mensch kann und sollte auch direkt die Seiten der Bewegung nutzen: unsereuni.at für Österreich und unsereunis.de für die BRD.
Die Besetzungwelle ist mittlerweile auf Deutschland übergeschwappt: die ersten Unis "brennen"*. Es gibt bereits Besetzungen in folgenden Unis:

Die drei obigen Links habe ich einem Post von bildungsstreik-marburg.de entnommen.

Nächster Termin in Marburg: Studentische Vollversammlung am heutigen 5.11., dem Warm-Up-Day zur Gobal Week of Action "Education is NOT for $A£€" um 18h im Hörsaalgebäude mit vielen Infos zur aktuellen Lage und den kommenden Aktionen.

*In Österreich wird die Metapher, dass die besetzten Unis "brennen", verwendet, um zu verdeutlichen, wie schwierig die Lage und desolat das Bildungssystem ist (nicht darum Unis anzuzünden wie ein Twitterer mir vergeworfen hat). Nach zahlreichen Versuchen, diese Situation über die üblichen Wege zu verändern sahen die Studierenden keinen anderen Ausweg, als sich die benötigten Freiräume zur Reflektion und für selbstorganisierte emanzipierende und emanzipatorische Bildung zu nehmen, ohne höflich zu fragen oder an die Politik oder etwa die Unileitung zu appellieren und auch ohne sich von der Studierendenvertretung ÖH vertreten zu lassen. Diese Eskalationsstufe ist nötig, um den Normalzustand zu durchbrechen und ihn damit weithin sichtbar zu machen und den Verantwortlichen für die Misere ordentlich einzuheizen. Insofern: Auf einen heißen Herbst mit vielen brennenden/befreiten Unis!

P.S. Eine gute Übersicht der Protestaktivitäten im Web 2.0 gibt es hier.

31. Oktober 2009

Marburg sagt "Bildung ist keine Ware"!

Hier ein schönes Video mit vielen Menschen aus Marburg, die sich gegen die Ökonomisierung von Bildung aussprechen:

via Bildungsstreik Marburg

23. Oktober 2009

Ab uffn Kaale Märt

Nachdem sich die Teilnehmer_innenzahl in meinem Tutorium auf ein machbares Maß zu reduzieren scheint und bevor ich richtig in die Schreibphase meiner Diplomarbeit komme, fahre ich dieses Wochenende mal wieder nach Ortenberg auf den Kalten Markt oder in Lokalsprache "uffn Kaale Märt" (ich bin mir nicht sicher, ob Märt sich mit einem oder zwei 'ä's schreibt ;)
Dort treffe ich hoffentlich viele Verwandten, Freund_innen und Bekannte - wahrscheinlich nicht alle, die ich vorhabe zu treffen, aber dafür andere - so läuft das immer...
Ich kann dann erst nächste Woche wieder bloggen. Bis dahin gehabt euch wohl!

6. Oktober 2009

Erstis aufgepasst!

Mittlerweile hat die OE-Woche begonnen und das in der vorlesungsfreien Zeit so leere Marburg füllt sich mit vielen Studierenden. Vor allem für Erstis und andere, die gerade auf Wohnungssuche sind und vielleicht langsam verzweifeln, gibt es eine wichtige Initiative, die das unten dargestellte Plakat geklebt hat und Interessierte unter fuchsjagd.blogsport.de über das Treiben der Vielzahl der in unserer Stadt ansässigen Studentenverbindungen informiert, damit unbedarfte Studis diesen meist stark konservativen bis reaktionären und auch gerne mal rechtsextremen Verbindungen nicht ins Netz gehen, nur weil sie bezahlbaren Wohnraum benötigen. Fallt nicht auf die Anzeigen mit superbilligen Zimmern rein, informiert euch, lasst die "Fuchsjagd" Fuchsjagd sein und kommt zur Veranstaltung zum Verbindungswesen am 15.9. um 19:30 Uhr im HavannaAcht, die im Rahmen der alternativen Orientierungseinheit der Linken Fachschaft stattfindet.
Herzlich willkommen und viel Spaß in Marburg!

18. September 2009

Zurück von der Sommerschule der Memo-Gruppe

Nach längerer Pause möchte ich mich mal wieder kurz melden. Wie im letzten Beitrag angekündigt bin ich gut beschäftigt momentan und auch wenn ich mittlerweile den Vorschlag zum Themenplan meines Tutoriums abgeschickt hatte, bleibt nach den Hinweisen vom Lehrstuhl noch eine Korrektur und Präzisierung, die ich in den nächsten Tagen erledigen muss. Ansonsten war ich diese komplette Woche in NRW auf der interessanten Sommerschule der Memo-Gruppe zu alternativer Wirtschaftspolitik. Dort habe ich nicht nur während des offiziellen Programms Anregungen und Informationen erhalten, sondern auch nette KollegInnen von ver.di und der Memo-Gruppe persönlich  kennengelernt und mit diesen diskutiert. In den fünf Tagen wurde das Themenspektrum der ehrenamtlich an ökonomischen Alternativen arbeitenden ÖkonomInnen und SozialwissenschaftlerInnen der Memo-Gruppe gut dargestellt. Vor allem bin ich froh über die Kontakte zu zwei Peronen, die sich mit den Landesbanken in der Finanzkrise, meinem Diplomarbeitsthema, beschäftigt haben. Nun hoffe ich auf weiterführende Hinweise von diesen beiden für meine Arbeit, die bald Gestalt annehmen muss. Dies ist neben der Tutoriumsvorbereitung jetzt meine Priorität. Für weitere Einsichten zur Krise des Kapitalismus wird hoffentlich die Teilnahme am von Die Linke.SDS organisierten Make Capitalism History Kongress vom 2. bis 4. Oktober 2009 in Berlin sorgen. Ich denke immer noch an den Bericht zur Sommeruni der NPA, aber da ich ihn noch nicht schreiben konnte, vertröste ich euch mit einer Empfehlung zum Thema: Den Themenabend zur Entwicklung der Linksparteien in der BRD und Frankreich. Überhaupt war das arte-Abendprogramm vom 15.9. super, denn vor der Doku und der Diskussion zur Situation der Linken kam die empfehlenswerte Doku zu den globalisierungskritischen The Yes Men, die mit unkonventionellen Methoden Sand im Getriebe des Kapitalismus sind und einige dessen Macken entlarven. Beeilt euch, denn die Videos sind wie üblich nur eine Woche online, also bis zum 22.9.
Soviel erstmal von mir für heute. Ich melde mich spätestens wieder mit näheren Infos zur NPA oder wenn es sonst etwas Berichtenswertes gibt.
 
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