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19. September 2023

„Wir brauchen einen antirassistischen Diskurs in unserer Kirche“

 Fazit zum Antirassismus-Tag von EKHN, EKKW und Diakonie Hessen

Graffito in Erinnerung an die Ermordeten von Hanau, Foto: Matthias Blöser 
 

„Wenn ich als Indonesierin von der Kanzel aus Gottes Wort verkündige, dann ist Gott nicht ‚weiß‘! Es ist wichtig, dass nicht-‚weiße‘ Perspektiven in der Kirche gesehen und gehört werden.“ Mit eindringlichen Worten beschrieb Lektorin Inke Rondonuwu, engagiertes Mitglied der Evangelischen Indonesischen Kristusgemeinde Rhein-Main, ihre Wünsche und auch ihre eigenen rassistischen Erfahrungen jetzt bei einem Werkstatt-Tag in der Alten Johanneskirche in Hanau.

 Impulsvortrag: Inke Rondonuwu (Ev. Indonesische Kristusgemeinde Rhein-Main) - Zum Thema „(Anti)rassistische Kirche!?“ fand in der Alten Johanneskirche in Hanau ein Werkstatt-Tag statt. Foto: medio.tv/Schauderna
 

Dort wurden auf Einladung der evangelischen Kirchen in Hessen wichtige Fragen zu Offenheit, Vielfalt und Antirassismus diskutiert. Genauer hinzuschauen, wo in Kirche und Diakonie Strukturen bestehen, die andere ausschließen und diese zu überwinden – darauf verständigten sich die Teilnehmenden, wie die hessen-nassauische und die kurhessische Kirche am Dienstag (18. Juli 2023) mitteilte.  

Rassismus überwinden

Die Gruppe der Veranstaltenden sowie der rund 90 Teilnehmenden war divers zusammengesetzt und ermöglichte es vor allem auch People of Color (PoC), ihre Erfahrungen einzubringen und von ihren Erwartungen und Hoffnungen an Kirche und Diakonie zu berichten. Neben Inke Rondonuwu sprach Austen Peter Brandt, deutsch-britisch-nigerianischer evangelischer Pfarrer und Gründer des Vereins Phoenix e.V., der Anti-Rassismus-Trainings anbietet. Er betonte die zerstörerische Wirkung von Rassismus und forderte eine kritische Selbstreflexion der weißen Mehrheitsgesellschaft: „Wenn das gemeinsame Ziel Emanzipation, Freiheit für alle, Frieden in der Gesellschaft, Respekt vor dem Leben aller ist, dann ist es wichtig, dass sich auch die ‚weißen‘ Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft fragen: Was hat der Rassismus mit mir gemacht? Wie hat er meine Persönlichkeit geprägt? Und wie befreie ich mich vom Giftmüll seiner zerstörerischen Bilder?“ Brandt betonte, dass die Überwindung des Rassismus nur erreicht werden könne, wenn der Begriff der Rasse endgültig der Geschichte angehöre.

Blick in den Veranstaltungssaal. Foto: Matthias Blöser 
 

Denken verändern

In Workshops diskutierten die Teilnehmenden konkrete Schritte zur Veränderung von Theologie, Gottesdiensten, ehren- und hauptamtlicher Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit sowie Gemeindestrukturen und Leitungsämtern. Ziel müsse es sein, die Vielfalt der Gesellschaft abzubilden und allen Menschen Teilhabe zu ermöglichen. Die Notwendigkeit einer rassismus- und diskriminierungskritischen Checkliste für die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit wurde ebenso festgestellt wie die Weiterentwicklung der theologischen Ausbildung an den Universitäten und im Vikariat. Bischöfin Hofmann: „Die Bibel kennt keine Unterschiede in den Hautfarben“

Auch die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann, und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, nahmen aktiv an der Tagung teil und betonten in ihren Abschlussworten die Notwendigkeit einer diskriminierungsfreien Kirche und eines breiten antirassistischen Diskurses. „Die Bibel kennt sehr viele Unterschiede von Menschen, aber sie kennt keine Unterschiede in den Hautfarben. Das muss uns in der Debatte um Rassismus leiten“, sagte Bischöfin Hofmann. Ihr sei nochmal sehr deutlich geworden, „dass es sehr vielfältige Formen von Diskriminierung und Fremdheitserfahrungen auch in unseren Kirchen gibt“. Sie ergänzte: „Wenn ich von einer antirassistischen Kirche als Zukunftsvision spreche, dann meine ich eine diskriminierungsfreie Kirche.“ Kirchenpräsident Jung: „Wo sind rassistische Denkmuster in uns verankert?“

Kirchenpräsident Jung schlug vor, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die das Thema "Antirassistische Kirche" weiter voranbringen soll: „Die AG soll Impulse für Diskussionen in der Breite unserer Kirchen geben.“ Er forderte: „Wir brauchen einen breiten antirassistischen Diskurs in unserer Kirche. Dazu gehört auch wahrzunehmen, wo rassistische Denkmuster in uns und unserer theologischen Reflexion verankert sind.

[Text von Volker Rahn unter Mitarbeit der Vorbereitungsgruppe, Erstveröffentlichung: https://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/wir-brauchen-einen-antirassistischen-diskurs-in-unserer-kirche.html]

Hintergrund

Veranstaltet wurde der Werkstatt-Tag vom Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN sowie der Diakonie Hessen und in der antirassistischen Arbeit engagierten Hauptamtlichen. Die Organisierenden waren sich einig, dass die Veranstaltung ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer offenen, vielfältigen, antirassistischen und demokratischen Kirche war.

Der Werkstatt-Tag geht auf eine Initiative vom EKHN-Projekt Demokratie stärken im ZGV zurück. Die Weiterarbeit gegen Rassismus in der EKHN wird vom Projekt intensiv begleitet und koordiniert. Interessierte können sich jederzeit an Projektreferent Matthias Blöser wenden. Kontakt: m.bloeser(at)zgv.info, https://www.zgv.info/demokratie-staerken.

Mehr Infos zur Tagung:

Der ausführliche Abschlusstext der Veranstaltenden steht unter: https://kurzelinks.de/AntirassistischeKircheRueckblick


Quelle: https://www.zgv.info/demokratie-staerken/artikel-einzelansicht/1042-studientag-zu-rassismus-wir-brauchen-einen-antirassistischen-diskurs-in-unserer-kirche

1. März 2022

Hanau erinnern: Die Wut und Trauer in etwas Produktives verwandeln

Anlässlich des zweites Jahrestags des rechten Anschlags in Hanau fand am 18. Februar 2022 eine Online-Veranstaltung statt mit dem Titel „Hanau erinnern. Kirchliche Akteur*innen im Einsatz gegen Rassismus und Rechtsextremismus“. Es nahmen mehr als 70 Menschen aus verschiedenen Organisationen und Netzwerken teil.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R), dem Projekt Demokratie stärken im ZGV der EKHN, dem interreligiösen Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ und Einzelpersonen.


Das Gespräch wurde durch eine kurze Vorstellung der Bildungsinitiative Ferhat Unvar durch Ali Yildirim eröffnet. Yildirim ist ein Jugendfreund von Ferhat Unvar, der beim Anschlag von Hanau ermordert wurde. Er wusste um die Kontinuität rechter Gewalt in Deutschland, aber konnte sich als „Hanauer Bub“ nie vorstellen, dass es seine Stadt und seine Mitmenschen treffen würde. Die Initiative gründete sich am 14. November 2020, dem Tag, an dem Ferhat 24 Jahre alt geworden wäre. Durch die bildungspolitische Arbeit versuchten seine Angehörigen und Freund*innen ihre Wut und Trauer in etwas Produktives zu verwandeln. Sie wollten in Ferhats Namen etwas für alle Opfer rechter Gewalt tun.

Die Bildungsinitiative ist heute als migrantische Selbstorganisation im Bildungsbereich tätig und gibt nach dem peer-to-peer Prinzip Workshops an Schulen. Dabei geht es neben dem Anschlag am 19. Februar auch um rassistische Sprache und Rassismus im Allgemeinen. Yildirim hob dabei den Empowerment-Aspekt hervor: Er selbst hatte sich bereits abgefunden mit seinen eigenen Rassismuserfahrungen und bekam erst durch die Gründung der Bildungsinitiative wieder Kraft, dagegen vorzugehen. Hanau ist für sie eine Zäsur, welche zur sofortigen Prävention von Rassismus und der Thematisierung der Kontinuitäten aufrufe. Laut Yildirim habe die Gesellschaft zu lange weggeschaut: „Es wird lange dauern, diese Suppe auszulöffeln, aber irgendwann müssen wir damit anfangen.“ Klar sei, dass dies strukturell geschehen müsse. So suche die Bildungsinitiative das Gespräch mit Behörden und Schulvertreter*innen, um antirassistische Themen in der Lehrerausbildung und den Lehrplänen zu verankern. Auch die Arbeit der Initiative selbst sollte langfristig staatlich finanziert werden. Abschließend rief Herr Yilidirim dazu auf, sich für eine Gesellschaft einzusetzen, in der struktureller Rassismus strukturell angegangen wird.


Die zweite Gesprächsteilnehmerin war Dr. Beate Hofmann. Sie ist seit 2019 Bischöfin der Evangelischen Kirchen von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Sie nimmt viel Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus wahr, aber wenig koordiniertes Handeln. In der EKKW habe sie noch wenige Wochen vor dem Anschlag in Hanau einen Runden Tisch gegen Rechtsextremismus gegründet. Die Aufgabe von Kirchen sieht Hofmann erstens in einer klaren Positionierung. Diese müsse über Öffentlichkeitsarbeit hinausgehen und sich im kompletten Spektrum der kirchlichen Bildungsarbeit ausdrücken, um Rassismus zu verlernen und die Diversitätskompetenz zu stärken. Zweitens sieht sie eine Aufgabe im Schaffen von Schutz für Menschen, die durch Hatespeech auf Social Media und außerhalb davon von rechtsextremer Gewalt bedroht sind. Als dritten und letzten Punkt nannte Hofmann die zusätzlichen Möglichkeiten, welche gerade Kirchen im Abbau von Vorurteilen hätten. Der vielfaltsbasierte Ansatz sei dabei eine Chance, überhaupt mit rechtsaffinen Menschen ins Gespräch zu kommen.

 
Als letztes sprach Antje Heigl, Sozialarbeiterin im evangelischen Jugendzentrum k.town in Hanau-Kesselstadt. Viele der Opfer des Anschlags und ihre Freund*innen waren und sind regelmäßige Besucher*innen des Jugendzentrums. Heigl beschrieb eindringlich den gemeinsamen Trauerprozess der letzten zwei Jahre, welcher durch Corona unterbrochen wurde, da die Einrichtung zeitweise schließen musste. Handlungsfähigkeit erlangten die Jugendlichen u.a. durch die Organisation eines eigenen Gedenkens. Im Laufe eines halben Jahres entwickelten sie eine Gedenktafel mit bunten, selbst gestalteten Bildern. Sie einte die Überzeugung „Wir lassen uns unsere positiven Dinge nicht von einem rassistischem Mörder kaputt machen“. Gemeinsam bauten sie eine lang geplante Überdachung, um sich auch außerhalb der Öffnungszeiten im Trockenen treffen zu können und gaben k.town einen neuen Farbanstrich.

In der anschließenden Diskussion wurden die Gemeinsamkeiten im Einsatz gegen Rassismus, aber auch die unterschiedlichen Ausgangspunkte hervorgehoben. Ali Yildirim machte deutlich, dass die Sensibilisierung für das Thema so früh wie möglich ansetzen sollte, damit die Kinder und Jugendlichen selbst erkennen, warum Rassismus falsch ist. Dafür müssten aber gerade die Kontinuitäten nach dem Nationalsozialismus stärker herausgearbeitet werden und das Wissen über Anschläge wie in Mölln 1992 oder den NSU-Komplex stärker verbreitet werden.
Antje Heigl unterstütze die Forderung der Bildungsinitiative nach einer Revision von Lehrplänen. Das System Schule sei sehr geschlossen und müsse sich hier öffnen. Zur Frage der Finanzierung der Bildungsarbeit führte sie aus: „Die Arbeit der Initiative gehört in Ministerien, das alles ist ein Anstoß, der aber auf die hohe politische Ebene gehört, denn das Problem des Rassismus ist nicht durch Projekte lösbar, die, wenn es gut läuft, für drei Jahre finanziert sind.“ Auch in ihrem Jugendzentrum sei die langfristige Finanzierung derzeit nicht gesichert.    
Beate Hofmann sieht eine kirchliche Aufgabe im Bereitstellen von Erfahrungsräumen. In der Begegnung von Mensch zu Mensch könnten Vorurteile revidiert werden: „Begegnungen und Netzwerke wie der Runde Tisch gegen Rechtsextremismus und die Initiative Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung sind erste Schritte der Aktivierung. Ihnen muss ein zweiter folgen, der nach den Ursachen von Rassismus fragt. Hier müssen wir sprechen über weiße Prägungen und den deutschen Kolonialismus.“

Im Anschluss hatten alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich in kleineren Austauschrunden vertiefend zu unterhalten. Zusammen mit Bischöfin Hofmann wurde überlegt, was die (Landes)Kirche tun kann und mit Ali Yildirim wurde gemeinsam über mögliche und existierende Formate der Erinnerung an rechtsterroristische Anschläge gesprochen. In zwei weiteren Austauschrunden sprachen Matthias Blöser vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung, Johannes Krug von der EKHN und Pfarrerin Katrin Kautz aus Hanau mit den Teilnehmer*innen über Engagement im kirchlichen Raum, während Antje Heigl in ihrer Gruppe noch einmal darüber sprach, wie evangelische Räume verantwortungsvoll und rassismuskritisch eingerichtet werden können.

Spendenkonto Bildungsinitiative Ferhat Unvar 

 

Text: Johannes Krug, Vikar in der EKHN, Überarbeitung: Matthias Blöser

30. Juni 2021

KEK-Online-Akademie lädt zu innovativem Dialog über Populismus

Hier der Bericht zur von mir mitorganisierten und moderierten Tagung “Europe challenged by populism: Churches as ‘salt of the earth’? How to contribute to living peacefully together in diversity”.

Check out our Eglish article CEC Online Academy invokes innovative approach to populism.


Screenshot der Diskussion mit Christèl Ngnambi, moderiert von Matthias Blöser und Sigrid Flaata

Wie können europäische Kirchen mit Populismus umgehen, basierend auf ihrem Selbstverständnis als "Salz der Erde"? Diese Frage war Leitfaden für einen lebhaften Austausch bei der Online-Akademie zu Populismus, Vielfalt und Demokratie, die von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) vom 21. bis 22. Juni 2021 organisiert wurde.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema "Populismus als eine Herausforderung für Europa: Die Kirchen als 'Salz der Erde'? Wie können wir zu einem friedlichen Zusammenleben in Vielfalt beitragen?", inspiriert von Matthäus 5,13. Die Salz-Metapher diente als roter Faden im Programm. Die Teilnehmenden überlegten gemeinsam, wie sie nicht nur "geschmacklose" und negative Elemente im Populismus, sondern auch "schmackhafte" und positive Elemente entdecken können, die die Kirchen nutzen können, um sie mit der Botschaft des Evangeliums zu verbinden.

Christel Lamère Ngnambi, Politikwissenschaftler und Co-Autor des Buches "Is God a Populist?", beschrieb Populismus als ein Narrativ oder einen Mechanismus, bei dem bestehendes Misstrauen in der Gesellschaft systematisch ausgenutzt wird. Populisten täten dies, indem sie die Ängste der Menschen aufgreifen und mithilfe eines Narrativs von Gemeinschaft Empathie ausdrückten. Er wandte sich gegen die von Populisten propagierten Ideen, einen bösen Feind zu bekämpfen zu müssen und dass nur sie selbst die Lösung parat hätten. Er kritisierte, dass die Populisten absichtlich die Polarisierung der Gesellschaft verstärkten, insbesondere zwischen dem Volk und der Elite.

Christel Ngnambi unterstrich: "Mir hat der Ansatz der Akademie sehr gefallen. Diese schmackhaften und geschmacklosen Elemente zu betrachten und zu überlegen, wie die Kirchen sich damit verbinden und darauf reagieren können, war sehr fruchtbar. Es war mir eine Freude, nicht nur eine Keynote anzubieten, sondern auch an den folgenden Diskussionen teilzunehmen. Ein offener Dialog über Populismus mit Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund ist genau das, was wir bei diesem Thema brauchen."

Fallstudien aus Rumänien, Italien und Ungarn ergänzten das Programm und boten reichhaltiges Material für Diskussionen unter den Teilnehmenden in einer weiteren Kleingruppenphase. Für Rumänien, wo zwei gegensätzliche populistische Bewegungen existieren, sprach sich Prof. Adrian Papahagi von der Babes-Bolyai Universität in Cluj dafür aus, beiden Bewegungen anhand der christlichen Idee der Erlösung und dem Voranstellen der Universalität des Christentums zu begegnen.

Der Koordinator des Projekts Mediterranean Hope des Bundes der Evangelischen Kirchen in Italien, Paolo Naso, sprach über die populistischen Bewegungen in Italien seit den 1990er Jahren und beschrieb, wie sich die evangelischen Kirchen in Projekten für Migrant:innen und Asylbewerber:innen engagieren, was in deutlichem Widerspruch zur populistischen Botschaft steht.

Alex Wimberly, Leiter des Friedens- und Versöhnungszentrums Corrymeela in Nordirland, plädierte für ein simples, aber wichtiges Instrument, um Populismus entgegenzuwirken: den Aufbau von Beziehungen untereinander. Er ermutigte die Teilnehmenden, eine "salzige“Verbundenheit zu schaffen, einen Ort der Gemeinschaft, der ein Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt, wo alle Menschen in ihrer Individualität gleichermaßen gestärkt werden. 

Die von der KEK-Themengruppe Bildung, Demokratie und Vielfalt vorbereitete Akademie versammelte etwa 35 Wissenschaftler:innen, Laien, Pastor:innen und Priester aus unterschiedlichen Bereichen. Der interaktive Charakter der Veranstaltung sorgte für einen freien und offenen Dialog über Populismus.

Als Teil der Online-Akademie wurde am Abend ein Webinar in Form einer Podiumsdiskussion zum gleichen Thema angeboten. Zu den Gästen auf dem Podium gehörten die Erzbischöfin von Schweden Antje Jackelen, Bischof Nicholas Baines von der Anglikanischen Kirche und Pater Cristian Solnea aus Rumänien, die ihre Gedanken dazu äußerten, wie die Kirchen mit den durch den Populismus entstandenen Herausforderungen in der Gesellschaft umgehen können.

Webinar-Video: Salt of the Earth: Churches in a pluralistic society in the 21st century

 

Quelle/via: KEK-Meldung auf Englisch

27. April 2018

Strategien gegen Hass

Diese Woche konnte ich mit Kollegen im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung in Mainz eine inspirierende Veranstaltung anbieten: "Strategien gegen Hass - Für eine digital-demokratische Streitkultur" mit und Susanne Tannert von .
Eine kurze und gute Zusammenfassung hat mein Kollege Michael Grunewald hier veröffentlicht.

29. Februar 2016

Roter Stern Frankfurt beim Kick racism out of Frankfurt Cup

Vorgestern spielten wir mit der Fußball-AG des Roten Stern Frankfurt e.V. beim ersten Kick racism out of Frankfurt Cup in Sindlingen. 10 Teams spielten bei kühlen Temparaturen und Sonnenschein für Solidarität und gegen Rassismus.
Wir erreichten sogar das Finale, das nach der regulären Spielzeit torlos ausging. Im packenden Siebenmeterschießen hatten wir eigentlich schon gewonnen, aber nach einiger Diskussion wurde ein gegnerischer verschossener Elfmeter wiederholt und wir mussten uns schließlich dem sehr spielstarken AFG United geschlagen geben.
Herzlichen Glückwunsch an die Sieger und Dank an die Organisatoren, unseren Support mit Infostand vom Roten Stern und alle Beteiligten!
#refugeeswelcome #keinfussballdenfaschisten

Die Kicker vom Roten Stern nach dem Finale. Foto: Zafar Khan

Ein Bericht steht im Höchster Kreisblatt, der Lokalausgabe der FNP.

9. September 2014

Deutsche Bank: Waffenexporte zurück an Absender!

Aktionsvideo der Mahnwache vor der Deutschen Bank am 4. September:
40 Aktive von Pax Christi Limburg, der Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel, der Initiative Ordensleute für den Frieden und der Aschaffenburger Friedenstrommler protestierten am 4. September 2014 vor der Deutschen Bank gegen deren Finanzierung von Rüstungsproduktion und Waffenexporten (Infos und Fotos hier: www.facebook.com/events/324584194377746).
Einen großen Papppanzer ließen die Aktiven der Deutschen Bank als Mitverursacher seiner Produktion zur Abrüstung zurück. Sie fordern: Rüstungsexporte zurück an den Absender!
Kein Export von Terror und Gewalt made in Germany!
Informieren und aktiv werden: www.aufschrei-waffenhandel.de.

25. Mai 2013

Deutsche Bank: Aktionäre gehen über Leichen

Erfolgreiche Aktion gegen Rüstungsfinanzierung am 23.5.2013

Aktionäre eilen über "Leichen"
Foto: Kerstin Meinhardt/pax christi
Vorgestern gelang etwa 40 Aktiven der Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel, darunter insbesondere viele pax christi-Mitglieder und Ordensleute für den Frieden, eine spektakuläre Aktion vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank.
Mit großem Panzer, Kriegslärm und "Die-In" kritisierten die Protestierenden, dass die Bank und ihre Aktionäre dürch Rüstungsfinanzierung über Leichen geht. Ein Dutzend Menschen, die sich in einem "Die-In" unter Kriegslärm als Menschenteppich vor dem Eingang fallen ließen, verdeutlichten dies, indem sie die Aktionär_innen buchstäblich dazu brachte, über die gespielten "Leichen" zu gehen.

Eine ernorme Presseresonanz verdeutlicht die große Aufmerksamkeit unserer Aktion ebenso wie die fast 1000 Flyer, die an Interessierte und Aktionär_innen verteilt wurden.

Bilder findet ihr hier und im Fotoalbum auf der facebook-Seite "Global Bewegt! RheinMain".

Das Thema Geschäfte mit dem Tod war auch in der Festhallte der Messe präsent: Die Rede von Christoph Rinneberg auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank mit Schwerpunkt Rüstungsfinanzierung finden Sie hier.

15. April 2013

Krieg beginnt hier - Keine Beihilfe aus der Pfalz!

Schöne Aktion: Stoppt Rüstungsexporte des Mercedes-Benz-Werkes - erstmalig vor den Toren des LKW-Werkes in Wörth
(anlässlich der Aktionärshauptversammlung der Daimler AG). Mehr Infos
Videolink

7. April 2013

Kein Platz für Nazis - weder in Bruchköbel noch in Frankfurt!

Der Ostermarsch in Bruchköbel wurde in den letzten Jahren immer wieder von Neonazis gestört (siehe Blogeintrag aus 2012). In diesem Jahr waren die Organisator_innen durch eine konsequente Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der Vergangenheit und eine intensive Vorbereitung in der Lage, ein klares Zeichen gegen Nazis zu setzen und sie, wenn nötig, zu blockieren. Glücklicherweise war das diesmal nicht nötig,die sich die Nazis diesmal nicht auf unsere Kundgebung (Ausschnitt siehe Foto) trauten. 
Ich bin sehr froh, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer klaren Auseinanderstetzung auch beim Ostermarsch - inklusive dem Blockieren von Nazis, die versuchen, ihre menschenverachtende und kriegerische Ideologie auf dem Ostermarsch zu verbreiten, einen breiten Konsens in Bruchköbel gefunden hat. Die Frankfurter Rundschau berichtete ebenso wie die Anti-Nazi-Koordination.

Nach diesem kurzen Rückblick möchte ich nun den Blick nach vorne richten auf den 1. Mai 2013. Denn für den internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeiter_innen ruft die NPD auf. Dies gilt es zu verhindern, indem an die erfolgreichen Mobilisierungen von Dresdnen Nazifrei und anderen Bündnissen angeknüpft wird. Weitere Infos dazu gibt es hier und auf der Mobi-Seite: http://www.frankfurt-nazifrei.de/.

18. Dezember 2012

Vadim Damier zur politischen Situation in Russland

Die Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein-Main hatte wie angekündigt im November 2012 Vadim Damier in die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz eingeladen. Daraus ist ein sehenswerter Kurzfilm von Quer TV Mainz entstanden.
Videolink

www.gewalt-loest-keine-konflikte.de

7. November 2012

Leben unter Drohnen

Auch die Frankfurter Rundschau berichtet erfreulich ausführlich über die diesjährige AIRTEC und die Proteste dagegen, die ich mitorganisiert habe. Die Zeitung zitiert mich ausführlich im Artikel "Leben unter den Drohnen", der auf einem Interview mit mir und weiteren Recherchen des Redakteurs basiert.

Hier ein Appetithappen:


von Felix Helbig

Ein breites Bündnis protestiert gegen die Präsentation von militärischen Fluggeräten auf der Airtec. Sie machen darauf aufmerksam, wie viele Zivilisten in den vergangenen Jahren bei Drohnen-Angriffen umgekommen sind.

Am Morgen dieses ersten Messetages ist Matthias Blöser selbst hingefahren, er hat sich am Haupteingang postiert und Flugblätter verteilt. Die Besucher der Airtec hat der Friedensarbeiter bei Pax Christi in der Bistumsstelle Limburg so darauf aufmerksam gemacht, wie viele Zivilisten in den vergangenen Jahren umgekommen sind bei Drohnen-Angriffen, wie wenig kontrolliert also das Töten ist beim Einsatz der unbemannten Flugobjekte, die doch dem gezielten Töten von Feinden dienen sollen.
...

Mehr zu den AIRTEC-Protesten unter http://pax-christi.de/airtec.html.

Direkt zur Studie Living Under Drones, von der der Artikel den Titel geborgt hat.

6. November 2012

»Sie begehen Greueltaten per Joystick« - Interview zu AIRTEC und Drohnen

In der neuesten Ausgabe der jungen Welt gibt es ein Interview mit mir, das ihr jetzt schon hier nachlesen und am Mittwoch, 7.11.2012 in der Printausgabe auf Seite 2 finden könnt.

Hier ein Vorgeschmack:

»Sie begehen Greueltaten per Joystick«

Auf der Luftfahrtmesse »Airtec« in Frankfurt am Main werden Drohnen gezeigt – dagegen gibt es Proteste. Gespräch mit Matthias Blöser

Interview: Gitta Düperthal

Gegen die Präsentation von Kriegstechnologie bei der Luft und Raumfahrtausstellung Airtec in Frankfurt am Main haben am Montag verschiedene Friedensorganisationen protestiert – unter anderem Pax Christi. Welche militärischen Flugobjekte werden dort gezeigt?

Wir wenden uns gegen die bei dieser Fachmesse präsentierten unbemannten Flugobjekte, sogenannte Drohnen, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können. Drohnenangriffe durch die US-Streitkräfte gibt es beispielsweise in Pakistan: Seit 2004 wurden dort durch diese Waffe über 800 Zivilisten getötet und mehr als 1300 verwundet. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, denn der Einsatz entzieht sich praktisch jeder Kontrolle. Die Schätzungen stammen aus einer Studie der Stanford und New York University aus dem September dieses Jahres.

Während der Präsidentschaft George Bushs gab es allein in Pakistan 52 solche Luftangriffe – sein Nachfolger Barack Obama brachte es bis September allerdings schon auf 292. Die wissenschaftliche Untersuchung »Living under drones« (Leben unter Drohnen) weist zudem auf das Bedrohungsgefühl der Bevölkerung hin und darauf, welch ein politischer Schaden auf längere Sicht angerichtet wird. Völkerrechtlich gesehen sind die Angriffe nicht legitimiert, da sich die USA und Pakistan nicht im Krieg befinden. Auch Deutschland will Angriffsdrohnen haben, bisher werden von der Bundeswehr in Afghanistan lediglich drei dieser Flugkörper zur Aufklärung eingesetzt.

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4. Mai 2012

Ostermärsche gegen Waffenhandel

Rückblick auf erfolgreiche Aktionen in Bruchköbel und Frankfurt


Die diesjährigen Ostermärsche sprachen sich deutlich gegen Waffenhandel aus. Ich konnte am Karfreitag in Bruchköbel und am Ostermontag in Frankfurt dazu beitragen, dass die Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel bis in die Tagesschau sehr gut sichtbar war.
Am Karfreitag sprach ich vor etwa 250 Friedensbewegten für pax christi Limburg auf der Ostermarsch-Kundgebung in Bruchköbel bei Hanau. Mein Redebeitrag gegen Rüstungsexporte ist hier nachlesbar. Während der ganzen Veranstaltung protestierten Aktive von pax christi Fulda und Limburg mit Fahnen, Transparenten und Holzpanzern für Frieden und gegen Rüstung. Der Ostermarsch unter dem Motto "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!" wurde wie schon in vergangenen Jahren von Neonazis gestört, die versuchten, Teil der Kundgebung zu sein. Ich habe mich klar abgegrenzt und erklärt, dass neue und alte Nazis nicht Teil der Friedensbewegung sind. Den besten Bericht zum Ostermarsch in Bruchköbel hat die GNZ unter dem Titel "Für den Frieden, gegen Faschismus" in ihrer Printausgabe vom 7. April geliefert (Onlineteaser).
Ostermarsch in Bruchköbel. Foto: Egon Jöckel
Am Ostermontag beteiligten sich über 30 Mitglieder von pax christi Limburg am Ostermarsch zum Frankfurter Römer und brachten den Protest gegen Rüstungsexporte allgemein und das Exportgeschäft mit bis zu 270 Leopard 2 Panzer nach Saudi-Arabien durch Transparente und Holzpanzer mit der Aufschrift „Legt den Leo an die Kette“ (siehe Foto) auch in die Tagesschau (Video unten auf der Seite).
Der gute Zuspruch zur Aktion Aufschrei an beiden Orten führte zu 150 neu gesammelten Unterschriften zur Klarstellung des Grundgesetzartikels 26 (2) zur Verringerung von Rüstungsexporten.
Ostermarsch in Frankfurt. Foto: Rüdiger Grölz
bundesweite Kampagnenseite: www.aufschrei-waffenhandel.de

Update 6.5.2012
Habe noch ein Foto von pax christi in Bruchköbel entdeckt: Link.

2. April 2011

ISM: Montreal - Thousands vs Tuition Fees

To complete my short post from yesterday I would like to share another post by Mo from the International Student Movement. You will find some photos of the protest and two video clips of the police attacks on a part of the demonstration supporting students ocupying the CRÉPUQ office (Conférences des recteurs et principaux des universités du Québec - the rectors and principals councils) who are in favour of tution hikes.

Today's fight in Québec against tuition fees and the antisocial budget of the liberal Government is part of our struggle for free and emancipatory education and a better life worldwide.
 
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