10. Mai 2008

Zurueck in New York

Ich musste kurzfristig wegen der lieben Buerokratie nach New York zum kanadischen Konsulat. Also bin ich gestern nach der Uni erst per Mitfahrgelegenheit nach Montreal gefahren, um anschliessend von dort mit dem letzten Bus kurz nach Mitternacht nach New York City zu tuckern. Gerade eine Stunde nach der Oeffnungszeit (laut Internet) um kurz nach 10 Uhr morgens stehe ich vor verschlossenen Tueren: die Oeffnungszeiten sind natuerlich andere als angegeben... Also hiess es drei Stunden warten. Nachdem ich das letzte Formular ausgefuellt und nochmal alle Unterlagen ueberprueft hatte, ging ich durch die verregneten Strassen von New York spazieren bis ich schliesslich schon etwas durchnaesst wieder vorm Konsulat stehe, um zu erfahren, dass das onsulat zwar offen sei, der Visumsservice allerdings freitags zu hat...
Nun ist es schon spaet abends und ich habe nicht nur wieder bessere Laune, sondern bin ich im Trockenen. Am Wochenende werde ich mich mit einer mexikanischen Kommilitonin treffen, aber ich muss leider auch fuer die Uni arbeiten. Eine indigene Gemeinde in Kanada zu erforschen ist zwar spannend, aber ich haette es lieber, wenn ich das nicht bis Montag gemacht haben muesste, um mich meinem ersten (wenn auch erzwungenen) Kurzurlaub erfreuen zu koennen. Semesterferien sind schon was tolles ;-) Ich melde mich spaetestens am Dienstag abend wieder, wenn ich zurueck von meinem zweiten Besuch in nur gut einem Jahr in Quebec sein werde.
Ich versuche, bald mehr Persoenliches zu schreiben. Dazu hatte ich in der Vergangenheit durch Unistress leider weder Zeit noch Muse.

7. Mai 2008

Lesetipp: Lyrik gegen Barbarei

M. Mädes Gedichte berichten von der Liebe in Zeiten des Krieges
Teil 5 der Serie "Literatur und Engagement " in der jungen Welt, von Thomas Wagner

Ein Morgen vor dem März/Es knistert im Gebälk untoten Holzes./Kraftlos glänzt der Frost./Vorsichtig atme ich geklärte Luft./Um mich keine wirkliche Stille./Heimtückisch liegt das Frühjahr/auf der Lauer.« Dieses Vorfrühlingsbild aus Michael Mädes schmalem Gedichtband »Balance am Rand« (2004) bricht mit liebgewordenen Erwartungen, die wir an den Jahreszeitenwechsel zu richten gewohnt sind.

Die blanken Nerven des 1962 in Karl-Marx-Stadt geborenen Dichters reagieren auf das noch im idyllischen Augenblick verborgene Unheil. Erfahrungsoffene Skepsis tritt an die Stelle einer ästhetischen Überlieferung, die sich in falschen Sicherheiten wiegt und damit den Blick auf die Realität von vorneherein verfehlt. »Hoffnung, sagt der Dichter,/der, genüßlich aus der Zeit/gefallen ist, HOFFNUNG IST/EINE GATTUNGSEIGENSCHAFT DER KUNST./Nun gut, sage ich da,/mit der Kunst also/habe ich auch/nichts mehr zu schaffen.« Das lyrische Ich sieht sich gleichsam auf verlorenem Posten, wenn es die wechselvollen Etappen der Liebe ausbuchstabiert, während der Krieg sich bereits häuslich eingerichtet hat »in noch entfernten Städten,/ um weiter Ernte zu halten.« Dem allgegenwärtigen Staatsterror trotzt Mädes aktuelles Lyrik-Buch »don’t be a stranger« (2007) dennoch intime Einsichten in den Verlauf einer erotischen Freundschaft ab, die aufgrund widriger Umstände von Beginn an vom Scheitern bedroht ist.

Die anderswo gebundene Geliebte gerinnt dabei nie zum abstrakten Wunschbild, sondern gewinnt ein deutlich eigenständiges Profil. Im Rückblick klingt das so: »Er ist übrig/Sie hat überlebt./Er ist böse/Sie kann es nicht sein./Er sieht den Augenblick./Sie lebt ihn./Er sieht Menschen./Sie mag sie.« Wo die Fernbeziehung die Berührung von Haut zu Haut zur seltenen Ausnahme macht, spendet das Handy Trost: »Manchmal streichelt/er die Tasten./Es darf inzwischen/mit ins Bett.« Eine kurze Weile überbrückt es die Distanz zwischen zwei verschiedenen Erfahrungswelten, die sich dauerhaft nicht verbinden lassen: »Sie reden miteinander/Sie verbringen den Tag./Er tut das, was er für Arbeit hält./Sie versorgt ihre Kinder,/ist ihrem Gatten zu Diensten,/soweit sie es vermag./Sie lachen zusammen./Sie beschützen sich./Sie berühren sich./Alles in 160 Zeichen.« Nur für kurze Zeit gelingt das Glück der Begegnung. Als es vorübergezogen ist, verschaffen sich die Nebengeräusche wieder Gehör: »Die Welt mit ihrer Verheerung, dem Hunger, dem Krieg, der diskret brüllenden Ungerechtigkeit und dumpfer Dummheit kehrt zurück in seinen Kopf.«

Dem noch in der DDR politisch sozialisierten Intellektuellen Michael Mäde ist das Wissen um den schlechten Zustand der Welt nie lange abhanden gekommen. Seit vielen Jahren engagiert er sich in verschiedenen linken Bündnissen und Parteien für die kritische Erneuerung des Marxismus und gegen die herrschende Kriegspolitik. In seinem vom Horlemann-Verlag publizierten Gedichtband »Merkliche Veränderung« (2001) hat er protokolliert, wie sich die Bewohner der DDR vom kapitalistischen System überlagern ließen: Sie »tauschten unsere frischgespülte Moral/locker EINS ZU ZWEI«. Davon blieb die menschliche Natur nicht unberührt: »Unsere Ellenbogen haben sich eine Hornhaut zugelegt.« NATO-gepanzert und nach alter Moral wieder vereint geht es schon bald in die neuen Kolonialkriege, über die Mädes zweite Gedichtsammlung »Bomben und Landnahme« (2003) berichtet. Acht Tage nach dem Massenmord vom 11.September 2001 zeigt sich das lyrische Ich zunächst ängstlich und verunsichert: »AUCH MICH HABEN SIE BEKOMMEN/beklommen sitze ich im Jumbo/nach Franfurt am Main und sehe/im Anflug die gläsernen Türme der Stadt./Vorsichtig wende ich mich/um zu schauen/ob es sich auf wen zu achten lohnt./Nach wem, denkt ihr, habe ich geschaut./AUCH MICH HABEN SIE BEKOMMEN.«

Der auf allen Kanälen geschürten Furcht stellt er solidarisch den empathischen Blick auf den zum fremden Feind gestempelten Nachbarn entgegen: »Der Mann an der Ecke/trug früher immer Turban./Den Laden mit Zeitungen/und Zigaretten hat er gestern/aufgegeben./Angst, sagte er, habe er/schon lange Zeit./Nun aber, müsse er fort,/sagte er und lachte./Nun, sagte er, fürchten/sich die Leute vor ihm.« Moralisch armselig und politisch bodenlos erscheint angesichts solcher Opfer der herrschenden Gewalt die unter vermeintlichen Sozialisten geführte Diskussion, »ob man mit den Herrschern/ der Welt KRITISCHE SOLIDARITÄT/üben müsse«. Für Mäde ist der Krieg in Afghanistan »kein Fehler,/ist keine FALSCHE ANTWORT./Dieser Krieg ist ein Verbrechen.« Und wenn die Kriegstreiber lügen: »Mord aus großer Höhe ist erlaubt«, versagen auch die Poeten und Schriftsteller in der großen Mehrheit kläglich: »Notwendig ist,/es herauszuschreien,/das dies Schlachten/den nächsten Wahnsinn nur vorbereitet./ Längst aber/ schweigen die Dichter./ Nur ich plappere noch.« Aus Mädes Gedichten spricht die Sehnsucht eines Träumers. Doch wer Mäde so nennt, sollte eines bedenken: Wo mörderische Alpträume täglich aufs neue wirklich werden, bringen uns am Ende einzig und allein die Träumer noch dazu, uns den Fortbestand der Welt überhaupt wünschen zu wollen.

* Michael Mäde: don’t be a stranger. Ein Bericht. Berlin, trafo-Verlag 2007.

6. Mai 2008

Welcome to 1984

Bienvenue à 1984 - Willkommen im (Orwellschen) Jahr 1984

In these times of ever growing surveillance, repression and militarism along with the emergence of a Police State in a growing number of countries I think regularly of George Orwell's great, "prophetic", dystopian novel "1984" that he published after WWII. If you are interested in this book, that deals with totalitarianism and the growing influence of the State on individuals symbolised by the "Thought Police", or in his other writings, you can read them on www.george-orwell.org. The music in the following video is the song "Welcome to 1984" by the US punk band Anti-Flag. The clip deals mainly with militarism, war and the problems of Democracy and the role of the neocons in the USA but you can apply the content on other war like governments and groups. TANKMAN rulez!

War is Peace - Freedom is Slavery - Ignorance is Strength



Who would Jesus bomb? Yeah, who would Jesus kill?
The double talk is past surreal
The word of god is now the word of hate
War is peace, and freedom is the police state
Can't you see the writing on the wall?
Democracy lays trampled on the floor...

You better believe that...
Hell yeah I'm confused for sure what I thought was the New Millennium is 1984!
Mr. Orwell from the grave, adding fresh ink to the page
As the unpresident declares an endless war...
Welcome to 1984!

Feels like Nazi Germany, and Hitler on TV,
As the unpresident spews his homophobic speech
Didn't the Allies fought a war to end extremist fascist law
So tell me NOW what the fuck are we fighting for?

I just can not take it anymore
Democracy lays trampled on the floor...
Man, isn't freedom great?!?!

Hell yeah I'm confused for sure what I thought was the New Millennium is 1984!
Mr. Orwell from the grave, adding fresh ink to the page
As the unpresident declares an endless war...

Now we've got...
Armies of peace, armed to the teeth, delivering death to make the world a better place
So celebrate the weapons spending, say a toast to Armageddon, raise some hell!
We're all headed straight to hell!

Hell yeah I'm confused for sure what I thought was the New Millennium is 1984!
Mr. Orwell from the grave, adding fresh ink to the page
As the unpresident declares an endless war...
Welcome to 1984!

4. Mai 2008

Anticapitalisme de 1968 à 2008

Voici une invitation à une soirée intéressante sur "l'héritage" du mai 68 et les luttes actuelles contre l'exploitation et l'oppression. C'est un rendez-vous ce mardi, le 6 mai à L'AgitéE à Québec.

Remettre en question le capitalisme de 68 à aujourd’hui

- 18 h : lancement du livre de Daniel Bensaïd, Les dépossédés

- 19 h : panel discussion :"Remettre en question le capitalisme de 68 à aujourd’hui" avec :

Daniel Bensaïd, militant de la LCR (Ligue communiste révolutionnaire en France), philosophe, acteur de mai 68
Antoine Casgrain et Xavier Lafrance, militants de Gauche Socialiste
Martin Jalbert, de la revue A Babord !


Une invitation de Gauche Socialiste, Lux Éditeur, la revue À bâbord, trouvée sur http://pressegauche.org.
Le 6 mai au café-bar L’AgitéE, 251 rue Dorchester (coin Prince-Édouard).
Plus d'informations sur www.lagauche.com.

Nouveaux liens

J'ai ajouté les liens politiques suivants pour le Québec à mes listes de liens afin de compléter ceux du blogroll.



 
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