29. Mai 2007

In Deutschland verhungert man nicht ... es sei denn man ist z.B. arbeitslos

Von einem Opfer des "Sozial"-Systems in Deutschland

Ich habe zwar von dem bestürzenden "Fall" des jungen behinderten Menschen gelesen, der nach Einstellung der staatlichen Leistungen nach Hartz IV Mitte April elendlich verhungerte, aber irgendwie nicht auf meiner Seite angesprochen. Da dieser Tod nicht nur erschütternd ist, sondern auch Einblicke in die "Fehler" des deutschen "Sozial"-Systems bietet und in den Medien kaum vorkam, möchte ich jetzt noch einmal darauf eingehen.

Da ich gerade nicht die Zeit habe, einen ausführlichen Bericht dazu zu schreiben, verweise ich auf zwei Beiträge, einen der Humanistischen Union und einen des Bloggers Jens Bertrams.

Nur soviel: Der Angriff auf die Errungenschaften der ArbeiterInnenbewegung ist nicht nur in vollem Gange, sondern fordert bereits mehr Opfer als "bloße" Einschränkungen bei sozialen Leistungen oder gar den Verlust der (theoretisch grundgesetzlich geschützten) Menschenwürde, nämlich auch ganz konkret Meschenleben. Ich sehe diese barbarische Entwicklung nicht als Betriebsunfall, sondern vielmehr als in diesem System, das zunehmend auf Repression und Diskriminierung setzt, anstatt auf Solidarität und Bedürftigkeit der Mitglieder der immer zersplitteteren Gesellschaft, angelegt. Nicht umsonst stimmt die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland heute der Aussage zu, dass es nur noch oben und unten in der Gesellschaft gibt. Auch wenn diese Sichtweise zu stark vereinfacht, zeigt es doch, dass sich immer mehr Menschen vorm sozialen Abstieg fürchten und die Spaltung in arm und reich eben offensichtlich ist. Skandalös ist hierbei nicht zuletzt, dass die massive Zerstörung von Existenzen, die immer "effizientere" Ausbeutung durch das Kapital sowie die Beförderung großer Teile der Bevölkerung in erhebliche Unsicherheit oder gleich ins Abseits (der Arbeitslosigkeit) prominent von unseren "VolksvertreterInnen" ausgeht. Hier liegt der Fehler also im System, was mich an ein hier schon einmal aufgeführtes Zitat erinnert: "Wer glaubt, dass Volksvertreter das Volk vertreten, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten". Dies zeigt ganz gut wie gut bzw. schlecht die politische Repräsentation hier funktioniert...

Capitalism kills - Kill Capitalism
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