24. April 2009

"Kapitalismus bedeutet immer auch Krise+Krieg"

Dann rede ich doch gleich noch etwas von der Krise. Obiges Zitat ist einem Interview mit der Antifaschistischen Linken Berlin zur Mobilisierung zur Berliner Revolutionären 1. Mai-Demonstration in der heutigen jungen Welt entnommen. Denjenigen, die es nicht nachlesen wollen, möchte ich die Antwort Sebastian Lorenz' zur Zusammenarbeit der radikalen Linken mit der Gewerkschaftsbewegung ans Herz legen:

Es muß viel dafür getan werden, damit endlich verstanden wird, daß die Schwächung gewerkschaftlicher Politik zu einem politischen Projekt geworden ist, das durch die staatliche Politik mit vorangetrieben wird. In Berlin gibt es linke Gewerkschafter, die zu einem klassenkämpferischen Block auf der DGB-Demo aufrufen und gleichzeitig zur Revolutionären 1.-Mai-Demo mobilisieren. Das ist eine neue Entwicklung, die sehr zu begrüßen ist. Unter den Bedingungen der derzeitigen ökonomischen Krise hängt fast schon die Zukunft der bundesdeutschen Gewerkschaften davon ab, daß »von unten« ein anderes Selbstverständnis der Organisationen entwickelt wird. Dieses muß mehr auf die Entfaltung von Arbeitskämpfen in Verbindung mit außerparlamentarischen Aktionen unter Einbeziehung der Beschäftigten im Niedriglohnsektor fokussiert werden. Denn sollte sich die Krise zuspitzen und es kommt zu massenhaften Entlassungen, werden sich selbst die Handlungsspielräume für eine reformorientierte gewerkschaftliche Politik weiter verringern. Jetzt gibt es noch Möglichkeiten, die genutzt werden müssen.

Es geht darum, diesen Spielraum der Kooperation zwischen radikalen Kräften und der Gewerkschaftsbasis auszunutzen und auszubauen, wenn die Linke wirkungsmächtig intervenieren möchte und die ungünstigen gesellschaftlichen Kräfteverhälnisse nach links verschieben möchte. Von den Gewerkschaftsführungen ist auf absehbare Zeit leider nicht viel zu erwarten, wie sich zuletzt bei der Mobilisierung zum 28.3. gezeigt hat, oder auch die Fragestellungen des DGB-Kapitalismuskongresses zeigen. Die sozialdemokratisch-reformistische Ausrichtung ist im DGB tief verankert und das, obwohl die Basis dafür, der Klassenkompromiss des Fordismus, längst vom Kapital, aber auch vom Staat aufgekündigt wurde. Während die Gewerkschaftsführungen leider noch in der Vergangenheit leben, sehe ich neben linken Strömungen und Basisaktivitäten innerhalb und außerhalb des DGB auch durch die DGB-Jugendbildungsarbeit , an der ich ehrenamtlich beteiligt bin, ein nicht unerhebliches kritisches Potenzial. Wir müssen also Brücken schlagen zwischen Gewerkschaften und radikalen Linken, zwischen nicht organisierten und organisierten Linken, zwischen der Partei DIE LINKE, der DKP und außerparlamentarischen Gruppen von Attac bis zur Interventionistischen Linken und darüber hinaus. Nur so können wir antikapitalistische Kämpfe ausweiten und irgendwann vielleicht massenhaft und somit erfolgreich führen. Wenn wir selbst in der Krise den Hintern nicht hochbekommen, ist uns irgendwann auch nicht mehr zu helfen.
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