20. April 2010

Lust auf Bildungsurlaub im August? Oder vielleicht eine Marx-Einführung im Herbst?

Wie regelmäßige LeserInnen wissen, bin ich bei der DGB-Jugend als ehrenamtlicher Teamer in der politischen Bildungsarbeit tätig. Meistens mache ich dabei Unterrichtsbesuche in Berufsschulen, aber manchmal teame ich auch eine Woche lang Bildungsurlaube. Darauf hat jedeR ArbeitnehmerIn in Hessen und mehreren anderen Bundesländern rechtlichen Anspruch. D.h. im Klartext ihr bekommt eine zusätzliche Woche bezahlten Urlaub, den ihr zu eurer Bildung nutzen könnt. Und dabei geht es nicht um betriebliche Fortbildungen, sondern explizit um etwas, das ihr selbst euch aussucht. Der Bildungsurlaub muss nur als solcher anerkannt sein, wie z.B. die Angebote der DGB-Jugend Hessen.
Ihr findet unser aktuelles Bildungsangebot hier. Ich möchte euch insbesondere zwei Bildungsurlaube im August ans Herz legen, für die noch zahlreiche Plätze frei sind: "Erholung für die „Volksgemeinschaft" - Das Nazi-Seebad Prora auf Rügen" und  "Roter Wedding… Geschichte der Arbeit in Berlin". Die Anmeldung muss bis Anfang Juni für den Urlaub an der See bzw. Anfang Juli für Berlin erfolgen. Bitte meldet euch bei Interesse rechtzeitig an, da bei zu wenigen Anmeldungen  am Stichtag der Urlaub bzw. das Seminar abgesagt werden muss.
Für diejenigen von euch, die schon weiter planen und sich für kritische Politische Ökonomie in der aktuellen Krise interessieren, gibt es Ende Oktober eine Marx-Einführung übers Wochenende mit mir. Der Text unten bedeutet nicht, dass wir das Thema genau so wie beschrieben behandeln müssen oder werden, denn seit dem Druck des Bildungsprogramms letzten Jahres habe ich mir einige Gedanken gemacht, welche Texte wir lesen könnten und ich gehe, soweit möglich, auch gerne auf Vorschläge von euch ein.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich würde mich freuen, wenn ihr von eurem Recht auf Bildungsurlaub gebraucht macht und wir uns zur Geschichte der Arbeit in Berlin oder bei der Marx-Einführung sehen. Den Urlaub auf Rügen betreue ich nicht, aber der wird bestimmt auch super.
Und nun folgen die drei Ausschreibungstexte mit allen nötigen Infos der erwähnten Angebote.
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Erholung für die „Volksgemeinschaft" - Das Nazi-Seebad Prora auf Rügen
Auf Rügen stehen die riesigen Betonruinen eines geplanten Nazi-Seebades von 1939. Es wurde mit den Geldern der zerschlagenen Gewerkschaften gebaut. Das fünf Kilometer lange Gebäude spiegelt schon in seiner Architektur den Größenwahn und die Verneinung der individuellen Bedürfnisse wieder – zum Wohle der so genannten „Volksgemeinschaft". Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Nazis versucht haben die ArbeitnehmerInnen durch soziale Vergünstigungen für ihre Diktatur und Kriegspolitik zu ködern.
Wir werden in Prora die beiden Ausstellungen besuchen und erkunden was und wie dort erinnert wird. Wir werden uns mit der Zerschlagung der Gewerkschaften und der Arbeits- und Sozialpolitik der Nazis beschäftigen. Und wir werden vergleichen, was die neofaschistischen Parteien (REP, NPD, DVU etc) heutzutage den &quo;deutschen" ArbeitnehmerInnen versprechen.

Termin: 01.08. bis 06.08.2010 / Anmeldung bitte bis: 04.06.2010
Ort: Prora (Rügen)
Teilnahmebeitrag: Gewerkschaftsmitglieder 30, Nichtmitglieder 90 Euro
Anmeldung über: Jugendbüro Südhessen (Tel.06151/399717)

Roter Wedding… Geschichte der Arbeit in Berlin
"Kind, du musst nach Berlin" schwärmte man in Deutschland schon in den 1920er Jahren. Das hat sich auch heute nicht geändert. Nicht nur weil Berlin zu einer der modernsten und größten Metropolen Europas gehört. BesucherInnen finden an jeder Straßenecke ein Stück Geschichte, ohne dabei durch ein Museum zu laufen. Berlin ist Geschichte zum anfassen, erleben und mitfühlen.
Anfassen, Erleben und Mitfühlen wollen wir auf unserem Seminar besonders die Kämpfe, das Berufs- und das Alltagsleben der Berliner Arbeiterinnen und Arbeiter. Berlin ist in seiner langen Geschichte immer wieder Schauplatz zahlreicher Konflikte gewesen: Straßenkämpfe, soziale Unruhen und Massendemonstrationen prägten seit je her die Geschichte der Stadt und der deutschen Arbeiterbewegung.
Gerade weil Berlin ein voll Leben pulsierendes Stück Geschichte, Gegenwart und Zukunft ist, werden wir nicht im Seminarraum sitzen, sondern die Stadt erkunden. Wir wollen uns vor Ort in Berlin eine Woche lang informieren und diskutieren und einen Blick auf die Spuren werfen, die die Arbeiterbewegung in der heutigen Gesellschaft und Gewerkschaftslandschaft hinterlassen hat.

Termin: 22.08. bis 27.08.2010 / Anmeldung bitte bis: 02.07.2010
Ort: Berlin
Teinnahmebeitrag: Gewerkschaftsmitglieder 30, Nichtmitglieder 90 Euro
Anmeldung über: Jugendbüro Südosthessen (Tel.0661/860010)
 

--> zur Online-Anmeldung


Hat Marx doch recht?" oder: wie funktioniert die Wirtschaft? 
Seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise im Herbst 2008 sprechen alle Zeitungen und politischen Parteien von den Ursachen und möglichen Lösungen der Krise. Nahezu alle sind sich dabei einig, dass da was nicht stimmt mit dem Wirtschaftssystem. Ausgeklammert wird dabei oft, dass es in regelmäßigen Abständen Wirtschaftskrisen gibt.
Wir wollen uns ein Wochenende Zeit nehmen, um zu fragen, was die Ursache dafür sein könnte, dass der Kapitalismus so anfällig für Krisen ist. Wie funktioniert unsere Wirtschaft und wie kommt es zu Krisen? Dabei wollen wir uns anschauen, wie verschiedene gesellschaftliche Gruppen, wie Parteien und Verbände Kapitalismus kritisieren und was daran sinnvoll oder weniger sinnvoll ist.

Termin: 29.10. bis 31.10.2010 / Anmeldung bitte bis: 15.08.2010
Ort: Wetzlar
Teilnahmebeitrag: Gewerkschaftsmitglieder 15, Nichtmitglieder 45 Euro
Anmeldung über: Jugendbüro Mittelhessen (Tel. 0641/34878)

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