18. Januar 2007

Pazifistin hinter Gittern !

Hier ein Artikel des Kölner Stadtanzeigers zur Bestrafung einer Friedensaktivistin.
Ich habe bereits innerhalb des resist-Netzwerks angeregt, sie im Gefängnis zu besuchen und öffentlichkeitswirksame Aktionen zu machen, um Hanna zu unterstützen und die Bevölkerung zu informieren und für die Kriegs- und Atomwaffenproblematik zu sensibilisieren.
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Hanna Jaskolski wurde zu 20 Tagen Haft verurteilt.



Erftstadt-Lechenich
Jeden Moment erwarten die Kriegsgegner die Polizei. Hanna Jaskolski aus Erftstadt-Lechenich durchtrennt gemeinsam mit zwei Mitstreitern den Zaun des europäischen Hauptquartiers der US-Armee in Stuttgart mit Bolzenschneidern. Unbemerkt schlüpfen sie durch das Loch im Maschendraht und gelangen auf das Gelände der
europäischen Kommandozentrale (Eucom). Es ist der 9. August 2005. Die
Aktion hat Konsequenzen. Das Stuttgarter Gericht hat Hanna Jaskolski vor
einigen Tagen wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch verurteilt.
Aber das macht der 71-Jährigen nichts aus.
"Ich gehe freiwillig ins Gefängnis, um den Widerstand bewusst zu leben und um zu verdeutlichen, worum es mir persönlich geht."

Mit dem Eindringen in die Militärzentrale der US-Streitkräfte möchten
die Kriegsgegner an den Atombombenabwurf auf Nagasaki erinnern, der am
9. August 1945 geschah. Am 9. August 60 Jahre später zerschneiden die
Kriegsgegner den Zaun der Militärzentrale in Stuttgart. Sie stellen
Schilder auf, auf denen "Menschenschutzgebiet statt Eucom" und
"Menschenschutzgebiet - No more Nagasakis" steht. Der Eucom-Stützpunkt
der US-Streitkräfte in Stuttgart koordiniere Truppen in 93 Ländern in
Europa, Afrika und einem Teil des Nahen Ostens, erzählt Jaskolski. "Das
kann man nicht gutheißen, dass auf deutschem Boden Kriege geplant und
militärische Einsätze gesteuert werden", kritisiert die Erftstädterin.

Weder das Militär noch die deutsche Polizei, die die Schaltzentrale
bewacht, bemerken das Eindringen der Friedenskämpfer. Erst am
Haupteingang werden sie aufgehalten. Sie müssen ihre Taschen leeren und
werden durchsucht. Schließlich können sie nach Hause gehen.

Aber das Stuttgarter Gericht verurteilt Hanna Jaskolski später zu einer
Geldstrafe von 600 Euro, die anderen beiden Aktivisten zu jeweils 100
Euro Geldstrafe. Bei der Urteilsverkündung stimmt die Lechenicherin das
Friedenslied "We shall overcome" an.

Zurzeit sammeln die Kriegsgegner Geld, um die Strafe bezahlen zu können
und auf ihre Aktion aufmerksam zu machen. Doch egal wie viel Geld
zusammenkommt, für Hanna Jaskolski steht fest, dass sie einen Teil ihrer
Strafe im Gefängnis absitzen wird. Damit will sie ein Zeichen setzen.
"Wir begnügen uns eben nicht mit Demonstrationen."

Seit 20 Jahren leistet die 71-Jährige Kriegswiderstand, hält Mahnwachen,
organisiert Lichterketten und ist bei Friedenskundgebungen dabei. Ihr
großes Vorbild sei Sophie Scholl. Ihr Ziel ist, Atomwaffen ganz
abzuschaffen. Nach ihren Aussagen gibt es weltweit noch 30 000
Atombomben. "Viele andere haben mit dem Kriegswiderstand aufgehört, aber
ich mache immer weiter."

Quelle:
http://www.ksta.de/html/artikel/1162473270647.shtml
VON BIANCA WILKENS, 16.01.07
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