29. Januar 2007

Tod und Mordschlag

Anbei ein (für alle, die was von Militär und Polizei halten) provokatives Video mit Musik der Liedermacher "Tod und Mordschlag"...



Ich antworte mal öffentlich auf Hennings Anmerkungen zu obigem Video:

Ich hätte vielleicht nochmal überlegen sollen, ob ich das Video veröffentliche, weil da PolizistInnen mit SoldatInnen in einem Topf geworfen werden, aber dass SoldatInnen potenzielle MörderInnen sind und schließlich auf die Situation "Töten oder getötet werden" im Krieg hin ausgebildet werden, sehe ich eben so. Natürlich ist die kurze Aussage "Soldaten sind Mörder" zu platt und allgemein. Dennoch ist sie zu recht in der Friedensbewegung verbreitet und sogar vom Bundesverfassungsgericht (Urteile von 1995 und 2005) als freie Meinungsäußerung gedeckt: "In dem Urteil vom 7. November 2005 betont das Bundesverfassungsgericht, dass Meinungen zu öffentlichen Kontroversen geradezu ein konstituierendes Merkmal der freiheitlich-demokratischen Grundordnung seien." (http://de.wikipedia.org/wiki/Soldaten_sind_M%C3%B6rder)
Zu recht schreibe ich deswegen, weil es für mich als Pazifisten bei diesem Satz nicht darum geht, Militärs generell als MörderInnen zu beschuldigen, sondern um die Delegitimierung alles Militärischen und darum, dass das Töten im Krieg eben als Töten gesehen wird, auch wenn die juristische Auslegung (Definition von Mord) eine andere ist. Einstein sagte dazu eindeutig: "Meiner Meinung nach ist das Töten im Krieg keinen Deut besser als gewöhnlicher Mord."
Ich verstehe den Satz auch nicht primär als Beschuldigung der einzelnen Menschen, die bei einer Armee sind - auch wenn sich jedeR trotz gesellschaftlichem Druck und Zwängen wie Armut oder Perspektivlosigkeit gegen den "Dienst" an der Waffe entscheiden muss (ich weiß, dass sich das leichter sagt als es getan ist) -, sondern stärker als Angriff auf die insgesamt bestehenden Strukturen unserer Welt, die zu Unterdrückung, Krieg und Ausbeutung führen. Leider weiß ich nicht, ob der folgende Wunsch jemals real werden, wird aber ich werde zumindest versuchen, in meinem kurzen Leben irgendwie dazu beizutragen: "Eines Tages werden sie einen Krieg veranstalten, und keiner wird kommen." (The People, 1936)
Noch eine Anmerkung zur Polizei: Wer das WIZO-Lied "Kopfschuss" und seine ernste Grundlage kennt, weiß, dass auch deutsche PolizistInnen im Dienst zu MörderInnen werden können (siehe Wolfgang Grams Tod und 10 Jahre nach seinem Tod).
Und der Schutz der EU-Außengrenzen geht ja gegenüber dem Leben von Flüchtlingen aus Afrika vor (soviel zum BGS).

Mein Blog ist schon recht radikal (was ja vom Wortsinn her auch heißt, dass ich versuche, die Probleme bei der Wurzel zu packen), aber ich sehe dennoch keinen Grund, mich groß zurückzuhalten, da ich weder gegen das Grundgesetz verstoße, noch jemals irgendeine politisch motivierte Ordnungswidrigkeit, geschweige denn Straftat begangen habe und ich mich somit auch vor keinen ErmittlerInnen verstecken muss (auch wenn ich weiß wie schnell mensch Zielscheibe von Ermittlungen werden kann: siehe den jW-Artikel zu Razzien bei NATO-/G8-GegnerInnen in München...).

Ich bin aber immer bereit, die Beiträge zu diskutieren und versuche eben auch, Diskussionen zu provozieren.
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