24. September 2007

Kibbuz Lahav

Nun bin ich schon fast zwei Wochen lang hier in dem Kibbuz Lahav, der gut eineinhalb Stunden mit dem Bus suedlich von Tel Aviv quasi direkt an der Gruenen Linie unweit des Westjordanlands liegt. Die naechstgelegene Stadt ist Beer Sheva, die ich noch nicht einmal besucht habe. Ich bin hier im Norden der Negev-Wueste, es ist also recht warm, momentan zwischen 20 und 30 Grad, wovon ich allerdings durch meinen Job wenig mitbekomme: Ich arbeite naemlich im klimatisierten Speisesaal, den ich putze und wo ich das Geschirr spuele. Da hier viel gearbeitet wird (6x8 Stunden pro Woche, nur der Samstag ist frei), bleibt wenig Zeit fuer anderes. Ich gehe aber fast jeden Tag im grossen Pool schwimmen. Ansonsten gibt es ausser Internet und Fernseher wenig zu tun. Ich muss die anderen Freiwilligen irgendwie dazu ueberreden, dass wir nach der Arbeit mal Fussball oder Basketball spielen, denn es gibt ein gutes Spielfeld dafuer, das sogar mit Flutlicht ausgestattet ist, was auch noetig waere, da es hier um 18 Uhr stockdunkel wird. Gerade sind wir zu acht: zwei Suedafrikaner, zwei Deutsche, ein Franzose, ein US-Amerikaner, ein Tuerke und ein Englaender (alles Maenner). Die meisten arbeiten im Garten, einer in der Kueche, einer in der Cafeteria. Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist der damals noch beliebte Einsatz von Freiwilligen drastisch zurueckgegangen, auch in "meinem" Kibbuz. Ich bat das Vermittlungsbuero in Tel Aviv, mich in ein sozialistisch orientierten Kibbuz zu schicken, weshalb ich hier gelandet bin. Auch wenn ich mir das Kibbuz-Leben nicht genauso vorgestellt hatte, wie es real ist, bin ich - wie ich aus Gespraechen mit einem Bewohner - tatsaechlich in einer linken Kollektivsiedlung gelandet, von der aus (illegale) juedische Siedlungen auf der naechsten Anhoehe, d.h. in der West Bank, zu sehen sind. Auch hier wird wieder deutlich wie klein Israel/Palaestina ist und wie eng dadurch alles hier ist.

Weitere Infos und Bilder aus dem Kibbuz gibt es wahrscheinlich, wenn ich von meinem am Mittwoch nach der Arbeit beginnenden Trip ans Rote Meer zurueckkomme, also fruehestens Sonntag...
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